Mönchengladbach - Spitzenkandidat Laschet: Zuhören, auch wenn es weh tut

Spitzenkandidat Laschet: Zuhören, auch wenn es weh tut

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Armin Laschet
Die CDU-NRW schickt Armin Laschet als Spitzenkandidat in die Landtagswahl 2017. Foto: Caroline Seidel/dpa

Mönchengladbach. Mit 97,4 Pozent haben die Delegierten der Landesvertreterversammlung der nordrhein-westfälischen CDU den Aachener Armin Laschet zum Spitzenkandidaten für die Landtagwahl im Mai 2017 gewählt. Mit dem 55-Jährigen sprach unser Redakteur Peter Pappert.

97,4 Prozent – da können Sie ja zufrieden sein.

Laschet: Das ist ein Super-Ergebnis. Das stärkt mich. 100 wären zu viel.

Nur vier Monate vor der Bundestagswahl wird die Landtagswahl ganz im Zeichen der bundespolitischen Auseinandersetzung stehen. Ist das ein Vorteil oder Nachteil für die CDU?

Laschet: Ein Vorteil. Wir rechnen mit Rückenwind aus der Bundespolitik. Aber ich werde darauf achten, dass vor allem über landespolitische Themen gesprochen wird: Nordrhein-Westfalen als bundesweites Schlusslicht beim Wirtschaftswachstum – das muss sich ändern. Unser Land kann mehr. Und das Chaos rund um Inklusion und Unterrichtsausfall in den Schulen und natürlich bei der Inneren Sicherheit wird ebenfalls im Wahlkampf wichtig sein.

Trotzdem wird es im größten Bundesland eine Art „kleine Bundestagswahl“.

Laschet: Dann ist es so. Ich gehe von einer guten bundespolitischen Stimmung aus.

Wie groß ist die Gefahr, dass das gesamte Wahljahr unter dem Eindruck eines erneuten Flüchtlingsstroms steht?

Laschet: Die sehe ich nicht. Die Flüchtlingszahlen haben sich deutlich verringert. Das EU-Türkei-Abkommen wirkt. Ich gehe davon aus, dass die Zahlen im kommenden Jahr ähnlich niedrig sein werden wie derzeit.

Präsident Erdogan droht damit, den Flüchtlingspakt zu kündigen.

Laschet: Er droht oft. Die EU ist heute viel besser vorbereitet, ihre Außengrenzen zu schützen. Deshalb rechne ich nicht mit so hohen Flüchtlingszahlen wie 2015.

Demoskopisch sind CDU und SPD in NRW ungefähr gleichauf. Wovon wird es vor allem abhängen, wer am 14. Mai vorne liegt?

Laschet: Für uns kommt es darauf an, alle, die uns nahestehen, und diejenigen, die unzufrieden sind mit Rotgrün in NRW, zu motivieren, wählen zu gehen. Die Parteien der politischen Mitte werden von den Radikalen rechts und links aggressiv angegangen und müssen sich ihrerseits voneinander abgrenzen. Viel wird davon abhängen, wie stark diese Polarisierung den Wahlkampf bestimmt.

Wie gräbt man Populisten das Wasser ab?

Laschet: Auch auf diejenigen, die Argumenten kaum zugänglich sind, müssen wir zugehen. Wir müssen zuhören, zuhören, zuhören, auch wenn es weh tut, auch wenn es mühsam ist. Wir müssen den Zorn mancher aufspüren und immer wieder versuchen, mit den Menschen zu sprechen.

Was werden Sie tun, damit der Wahlkampf fair ist?

Laschet: Die CDU wird hart in der Sache, aber nie persönlich kämpfen. Wenn Radikale die Demokratie beschädigen, müssen Demokraten umso mehr fair und respektvoll miteinander umgehen, damit sie nach der Wahl konstruktiv und zum Landeswohl zusammenarbeiten können. Das muss sich auch im Wahlkampf widerspiegeln.

Vor fünf Jahren hat dem damaligen CDU-Spitzenkandidaten Norbert Röttgen eine Frage, die er verneinte, das Genick gebrochen. An Sie die gleiche Frage: Wenn Sie das Ziel, Ministerpräsident zu werden, nicht erreichen, bleiben Sie in der Landespolitik und Oppositionsführer?

Laschet: Ja, auch dann. Ich bin ja Landesvorsitzender, und der sollte im Landtag arbeiten. Mein Platz ist in Nordrhein-Westfalen.

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