Berlin - Neue Regierung: Wer bleibt, wer kommt, wer geht

Neue Regierung: Wer bleibt, wer kommt, wer geht

Von: Kristina Dunz und Birgit Marschall
Letzte Aktualisierung:
Schulz, Seehofer und Merkel
Martin Schulz, Horst Seehofer und Angela Merkel sind die bekanntesten Gesichter der neuen Regierung. Wer ist noch dabei? Foto: Bernd von Jutrczenka

Berlin. Angela Merkel gilt nicht als Plaudertasche. Aber nach dieser harten Verhandlungsnacht will sie doch etwas „verraten“. Es geht um den Streit, welche Partei welches Ministerium bekommt. Die Sozialdemokraten haben der Kanzlerin gleich drei Schlüsselressorts abgetrotzt: Außen, Arbeit und Soziales sowie zusätzlich Finanzen. Merkel sagt zur Ressortverteilung: „Es war keine einfache Frage.“

Sie mache sich aber keine Sorgen, dass die SPD zu viel Einfluss bekommen könne. Schließlich habe sie schon von 2005 bis 2009 ein Kabinett gehabt, in dem SPD-Politiker das Finanzministerium, das Außen- sowie das Arbeitsministerium geführt hätten. Bekanntlich stürzte die SPD bei der Bundestagswahl 2009 auf 23 Prozent ab.

Schmerzhaft ist für Merkel, dass ihr treuer Innenminister Thomas de Maizière gehen muss. Problematisch könnte noch werden, dass der bisherige Finanzstaatssekretär Jens Spahn voraussichtlich nichts wird. Er gehört zu Merkels schärfsten Widersachern, da könnte eine Einbindung ins Kabinett für Ruhe sorgen.

Angela Merkel

Die angeschlagene CDU-Vorsitzende kann ihre politische Zukunft vor allem durch die Bildung einer großen Koalition absichern. Gäbe es eine Neuwahl, wäre nicht sicher, ob sie das Heft des Handels noch in der Hand behielte.

Helge Braun

Merkels Staatsminister für Bürokratieabbau soll Kanzleramtschef werde. Merkel hat ihn gern um sich. Denn er ist klug, bestens im Stoff, nach außen zurückhaltend.

Peter Altmaier

Der bisherige Kanzleramtschef soll Wirtschaftsminister werden. Er wäre gern Finanzminister geworden. Merkel tröstet: Das Wirtschaftsministerium habe die Union seit Jahrzehnten nicht gehabt.

Ursula von der Leyen

Die Verteidigungsministerin ist in der Truppe wenig beliebt. Merkel will auf sie aber nicht verzichten. Sie weiß, wie schwierig die Führung dieses Ministeriums ist.

Anette Widmann-Mauz

Die bisherige Gesundheits-Staatssekretärin soll an die Spitze des Ministeriums rücken. Sie ist Fachfrau, ein frisches Gesicht und Baden-Württembergerin. Auch dieser Landesverband muss berücksichtigt werden.

Hermann Gröhe

Der bisherige Gesundheitsminister soll das Ressort Bildung und Forschung übernehmen. Davon träumten mehrere. Der frühere CDU-Generalsekretär ist ein enger Vertrauter von Merkel.

Julia Klöckner

Die rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende soll Landwirtschaftsministerin werden. Sie kennt sich in diesem Gebiet gut aus und gehört zu den prägnantesten Gesichtern der CDU: ziemlich frisch und forsch.

Horst Seehofer

Der CSU-Chef soll Innenminister werden – inklusive Bau und Heimat. Er gehört zu Merkels größten Widersachern in der Flüchtlingspolitik. Sie gehen professionell miteinander um. Aber er könnte ihr das Leben im Kabinett schwer machen.

Andreas Scheuer

Der CSU-Generalsekretär wird für das Verkehrsministerium gehandelt. Dort war er schon einmal Staatssekretär.

Dorothee Bär

Die bisherige Staatssekretärin im Verkehrsministerium soll Entwicklungsministerin werden. Gerd Müller muss gehen. Zuletzt hatte die CSU keine Frau im Kabinett. Das kann sie sich nicht leisten.

Martin Schulz

Der angeschlagene SPD-Vorsitzende rettet sich als Außenminister ins Kabinett. Hier kann er sich seinem Lieblingsthema, der EU und Europa, widmen.

Katarina Barley

Die Ex-SPD-Generalsekretärin strotzt vor Selbstbewusstsein. Den Aufstieg in ein größeres Ministerium als das für Familien trauen ihr die Genossen aber nicht zu.

Heiko Maas

Der Saarländer hat durch seine intensive Öffentlichkeitsarbeit viel aus dem Justizminister-Job gemacht. Er darf bleiben.

Eva Högl

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende ist eigentlich Innen- und Rechtsexpertin, nun soll sie das Riesen-Ministerium Arbeit und Soziales übernehmen.

Barbara Hendricks

Die Kleverin bleibt im Am. Für die SPD ist sie unverzichtbar, weil sie den mächtigen NRW-Landesverband im Kabinett repräsentiert.

Olaf Scholz

Hamburgs Erster Bürgermeister soll zurück nach Berlin. Dort war der SPD-Politiker schon in Merkels erstem Groko-Kabinett Arbeitsminister.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert