Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband für Schulz

Von: Bernd Mathieu
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Bundespräsident Joachim Gauck (rechts) verlieh Martin Schulz (SPD) am Freitag das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband bei einer Feier im Schloss Bellevue. Foto: Bernd Mathieu

Berlin. „Bürgermeisterstück im Schmorsud“. Wenn das Zufall war! War es aber. Was für ein schöner Titel für den Hauptgang zu Ehren des ehemaligen Würselener Bürgermeisters am Freitag im Schloss Bellevue. Bundespräsident Joachim Gauck verlieh und überreichte Martin Schulz am Freitag das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband.

Es gehört zum selbstverständlichen Standard des EU-Parlamentspräsidenten, bei besonderen Anlässen seine Familie und seine engsten Mitarbeiter einzuladen oder, wie in diesem Fall, einladen zu lassen. Martin Schulz spricht in seiner kurzen Dankesrede im kleinen vertrauten Kreis von seinem Elternhaus, von seiner Herkunft, von seinen Geschwistern und von den Erfahrungen, die er schon als ganz junger Mensch im Aachener Dreiländereck gemacht hat.

Seine Eltern seien Teil der Generation gewesen, die die Bundesrepublik Deutschland aufgebaut habe. „Ich erwähne meine Eltern“, sagt Schulz bewegt, „weil das, was sie sich erträumt hatten, Wirklichkeit geworden ist – dass wir den modernsten und demokratischsten Staat haben, den es je auf deutschem Boden gegeben hat“. Für ihn sei der Tag ein „bedeutender Moment“, und es sei nicht selbstverständlich, so geehrt zu werden.

Der Bundespräsident hat ihn zuvor in hohen Tönen gewürdigt und als „begeisterten und begeisternden Europäer“ bezeichnet. Gauck erwähnt den Karlspreis, den Martin Schulz 2015 bekommen hat und redet um die Probleme im aktuellen Alltag Europas nicht herum.„Wo liegt die Zukunft Europas? Brauchen wir ein modifiziertes oder sogar neues Europa?“ Diese Debatte müsse nicht nur in Brüssel geführt werden, sondern in allen Mitgliedsländern. Es gehe darum, angesichts von Abschottung, Ausgrenzung, Angst und Hass Vertrauen zurück zu gewinnen. Nationalismus und Populismus dürften nicht die Errungenschaften von Frieden und Freiheit gefährden.

Immer wieder wagt das Staatsoberhaupt einen rhetorischen Exkurs auf die Heimat von Schulz. „Ich weiß, dass Sie ein Europäer mit Leidenschaft sind, ein Europäer von Herzen, aber auch ein Würselener von Herzen.“ Schulz habe schon im Elternhaus erfahren, dass Zusammenhalt nicht nur eine Frage der Parteizugehörigkeit sei, und so habe er sich auch jenseits der sozialdemokratischen Familie großen Respekt und hohe Anerkennung erworben. Er werde gewiss nach seinem Wechsel von Brüssel nach Berlin die deutsche Debatte über Europa bereichern. „Da bin ich ganz sicher!“

Der Präsident Schulz habe das EU-Parlament als zentrales Element europäischer Grundsatzdebatten gestärkt, lobte Gauck. Gerade in der momentanen Krisenlage wünsche er sich mehr Politiker dieses Formats. „Sie, Herr Schulz, sagen klare Worte zu und über Europa. Kämpfen Sie bitte auch in Ihrer neuen Funktion, welche auch immer das sein mag, für die europäische Demokratie.“ Schulz sei ein großer Europäer, sagt der Bundespräsident und überreicht sodann die hohe Auszeichnung.

Persönlich, freundlich, humorvoll

Beim Mittagessen, an dem wie am Empfang auch die Lebensgefährtin Gaucks, Daniela Schadt, teilnimmt, erkundigt sich Joachim Gauck nach dem Schicksal von Alemannia Aachen („Ich darf das als Rostocker in der 3. Liga tun.“) und betont ausdrücklich auch noch einmal, dass er natürlich wisse, welche Bedeutung die Stadt Würselen habe . . .

Es ist ein sehr persönliches, ein sehr freundliches und neben allen Sorgen um Europa auch ein humorvolles Gespräch an diesem sonnigen Freitag im Schloss Bellevue. Und Joachim Gauck verabschiedet die Delegation sehr herzlich mit allen guten Wünschen für die Advents- und Weihnachtszeit und speziell zu Martin Schulz sagt er: „Mögen Sie in Ihren zukünftigen Funktionen noch oft Begegnungen hier im Schloss Bellevue haben.“

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