Geilenkirchen: Türkischer Nato-Soldat beantragt Asyl

Von: st
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Der türkische Nato-Soldat war bislang in Geilenkirchen-Teveren stationiert.

Geilenkirchen. Ein bisher in Geilenkirchen-Teveren stationierter türkischer Nato-Soldat hat in Deutschland Asyl beantragt. Die Reisepässe des Soldaten und dreier seiner Kollegen des Teverener Nato-Verbandes waren nach Informationen unserer Zeitung zuvor durch das Generalkonsulat der Republik Türkei für ungültig erklärt worden.

Die Dienstpflicht der vier Offiziere der Nato E-3A-Frühwarnflotte ist demnach beendet worden; sie wurden zurückbeordert. Sie besitzen damit keinen diplomatischen Status mehr, die Krankenversicherungen der Soldaten und ihrer Familien sind verfallen. Die vier Offiziere sind zwischen 35 und 39 Jahre alt und verheiratet. Jeder hat mindestens ein Kind.

Mit der Beendigung der Dienstpflicht verlieren die Soldaten und ihre Familien auch ihr Aufenthaltsrecht in Deutschland. Wie ein Sprecher des Kreises Heinsberg auf Anfrage erklärte, habe eine der vier türkischen Familie zwischenzeitlich beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge einen Asylantrag gestellt, zwei Familien seien ins Ausland geflüchtet, über den Verbleib der vierten Familie sei nichts bekannt. Der Asylantrag und die Flucht der beiden Familien ins Ausland dürfen als Hinweis darauf gewertet werden, dass die Soldaten davon ausgingen, in der Türkei als Gegner der Erdogan-Regierung verfolgt zu werden.

Der Awacs-Verband ließ eine Anfrage unserer Zeitung zum Schicksal der türkischen Familien unbeantwortet. Auf frühere Nachfragen hin hatte ein Sprecher des Awacs-Verbandes betont, über Asylanträge türkischer Offiziere in Deutschland sei dem Verband nichts bekannt. Dass türkische Soldaten in die Türkei zurückkommandiert würden, sei normal, die Fluktuation unter den türkischen Verbandsangehörigen sei hoch. Auch wurde darauf verwiesen, dass die Türkei im Nato-Verband Geilenkirchen ein sehr zuverlässiger Partner sei.

Im Fall der vier Offiziere handelt es sich allerdings kaum um eine routinemäßige Versetzung in die Türkei, denn dafür hätten ihre Reisepässe nicht für ungültig erklärt werden müssen. Ohnehin sind die Vorgänge bundes- und europaweit keine Einzelfälle – im Gegenteil.

Bereits im vergangenen Jahr wurde von mehreren hundert oft hochrangigen türkischen Militärs aus Nato-Hauptquartieren in ganz Europa berichtet, die als Folge des gescheiterten Putschversuchs im Sommer vergangenen Jahres in ihre Heimat zurückbeordert worden sind.

Ende Januar berichteten „Spiegel“ und „Report Mainz“, dass 40 türkische Nato-Soldaten in Deutschland vor ebendiesem Hintergrund Asyl beantragt hätten. „Es gibt keinen Zweifel, dass wir diese Soldaten nicht in die Türkei zurückschicken können“, sagte damals der CSU-Innenpolitiker Stephan Mayer. „Sie würden dort sofort im Gefängnis landen.“

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