100 Stimmen für Armin Laschet

Von: Anja Clemens-Smicek
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„Faire Auseinandersetzung“: Der neue Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet (CDU), überreicht nach seiner Wahl seiner Vorgängerin Hannelore Kraft (SPD) Blumen. Foto: dpa

Düsseldorf. Der Machtwechsel am Rhein ist vollzogen. Die knappe Mehrheit von CDU und FDP hat gehalten: Mit genau der erforderlichen Stimmenzahl hat der Düsseldorfer Landtag den Aachener zum neuen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen gewählt.

Gut sechs Wochen nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen wurde Armin Laschet gestern Nachmittag zum CDU-Ministerpräsidenten der deutschlandweit einzigen schwarz-gelben Koalition gewählt – genauso schnell und unspektakulär, wie zuvor bereits die Koalitionsverhandlungen im bevölkerungsreichsten Bundesland über die Bühne gegangen waren. Die Sorge, dass die hauchdünne Mehrheit von einer Stimme vielleicht nicht ausreichen könnte, hatte schon FDP-Chef Christian Lindner am Morgen zu zerstreuen versucht. „Wir sind geschlossen“, zeigte sich Lindner überzeugt, Und tatsächlich genügte Laschet ein einziger Wahlgang. Der Aachener erhielt exakt die 100 Stimmen im 199 Sitze umfassenden Parlament, auf die die Koalition zusammen kommt. Zwei Abgeordnete enthielten sich, 78 sagten nein. Drei Parlamentarier hatten sich bei Parlamentspräsident André Kuper entschuldigt. Laschet steht damit auf dem Höhepunkt seiner politischen Karriere.

Die Erste, die dem neuen Ministerpräsidenten gratulierte, war die abgewählte Amtsvorgängerin Hannelore Kraft. Noch am Abend übergab sie ihr Büro in der Düsseldorfer Staatskanzlei an ihren Nachfolger.

In seiner ersten Rede als Regierungschef dankte er der SPD-Politikerin für einen fairen Wahlkampf, „hart in der Sache, aber niemals persönlich verletzend“. Der Grundsatz „fairer Auseinandersetzung soll auch die politische Kultur in den nächsten Jahren in Nordrhein-Westfalen prägen“, fügte Laschet hinzu. Der CDU-Politiker zeigte sich ungewohnt emotional. „Was für ein Amt, was für eine Ehre, aber auch was für eine Verantwortung“, rief er dem neuen Fünf-Fraktionen-Parlament entgegen. Voller Respekt, aber auch Zuversicht trete er sein neues Amt an. Auf der Tribüne verfolgten Laschets Frau Susanne, seine drei erwachsenen Kinder und sein Vater Heinz die Wahl. „Ihr habt mich gestützt, als es mal schwierig wurde. Ihr seid ein verlässlicher Kompass“, rief Laschet seiner Familie zu.

Froh dürfte Laschet gewesen sein, dass die zwölfköpfige AfD-Fraktion ihm ihre Stimmen verweigerte. Noch am Vortag der Wahl hatten einige Abgeordnete der Rechtspopulisten angekündigt, Laschet möglicherweise mittragen zu wollen – bis AfD-Fraktionschef Marcus Pretzell dann gestern Mittag einen Rückzieher machte. Man sehe einen „Glaubwürdigkeitsmangel von Herrn Laschet“, ließ Pretzell wissen. Armin Laschet wird es verschmerzen können.

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