Wildunfall bizarr: Autofahrer überfährt Känguru

Von: red
Letzte Aktualisierung:
Känguru Skippi Ungerhausen 17.08.07
Wildunfall bizarr: Ein Autofahrer hat ein Känguru wie dieses am Montag in Weilerswist überfahren. Foto: ddp

Kreis Euskirchen. Zu einem extrem ungewöhnlichen Wildunfall sind am frühen Montagmorgen Polizisten bei Weilerswist ausgerückt.

Dort fand Streckenwart Willi Heiser von der Straßenmeisterei Weilerswist an der L194 ein totes Känguru. Wie auch immer das eigentlich in Australien beheimatete Tier an die Landesstraße zwischen Weilerswist und Brühl geraten ist, Wildunfälle sind im Herbst ein echtes Problem.

Hunderttausende Tote Tiere im Jahr

In dieser Jahreszeit steigt für Autofahrer die Gefahr von Wildunfällen. Gerade in waldreichen Gegenden sind Tiere jetzt auf der Suche nach Essbarem und queren dabei die Straßen. Auch der Fortpflanzungstrieb treibt Wildschwein und Rotwild um. Vor allem in der Dämmerung ist die Gefahr groß, zumal oft noch nasses Laub die Straßen glatt und gefährlich macht.

Wie der Landesbetrieb Straßen NRW mitteilt, sind im vergangene Jahr etliche Wildunfälle registriert worden. 2010 kam es in ganz NRW auf Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften insgesamt 131 (2009: 105) Mal zu schweren Unfällen zwischen Autos und Wildtieren. Dabei krachte es 56 (66) Mal auf Landesstraßen, 48 (30) Mal passierten Wildunfälle auf Bundesstraßen, nur 19 (9) gemeldete Wildunfälle ereigneten sich auf Autobahnen. Zum Glück kam bei Wildunfällen im Jahr 2010 niemand zu Tode (Vorjahr ebenfalls kein Unfall mit Todesfolge). Es gab 34 (29) Schwer- und 103 (77) Leichtverletzte.

Leichte Unfälle, bei denen lediglich Sachschaden entstand, sind in den Zahlen von Straßen NRW nicht berücksichtigt. Unfälle mit Kleintieren, die häufig von Autofahrern nicht einmal bemerkt und auch nicht gemeldet werden, sind nicht statistisch erfasst.

Die beste Vorsorge: Aufmersames Fahren!

Wildunfälle sind nicht nur für Verkehrsteilnehmer ein schwerwiegendes Problem. Auch aus Sicht des Artenschutzes sind Wildunfälle für manche Arten eine ernsthafte Bedrohung. Bundesweit kommen nach Hochrechnungen von Verkehrsverbänden und Jagdschutzorganisationen jedes Jahr 220.000 Rehe, 12.000 Wildschweine und über 200.000 Hasen und Kaninchen unter die Räder.

Die beste Vorsorge gegen Wildunfälle ist die Aufmerksamkeit der Fahrzeugführer. Versuche mit optischen, akustischen, elektronischen Schutzmaßnahmen oder mit Geruchsstoffen sind teilweise sehr aufwändig; ein Allheilmittel gegen Wildunfälle sind sie nicht. Auch flächendeckende Wildgatter sind weder sinnvoll noch möglich. Solche Barrieren ergeben nur bei Tierpassagen an Straßen mit hoher Verkehrsdichte Sinn.

Insgesamt gibt es auf den über 21.000 Kilometer überregionalen Straßen, die der Landesbetrieb betreut, 137 Bauwerke für Wildwechsel, Amphibiendurchlässe, Viehtriften und Durchlässe für Kleinsäuger. Insgesamt 1600 Kilometer Wildschutzzäune hindern an besonderen Streckenabschnitten das Wild daran, in den Verkehrsraum einzudringen.

Sehr aufwändig sind Grünbrücken, also Brücken ausschließlich für Tiere. Diese Bauwerke ermöglichen nicht nur die sichere Überquerung von Verkehrswegen, sondern vernetzen die durch die Verkehrswege zerschnitten Lebensräume der Tiere. Sie tragen so zur Sicherung der biologischen Vielfalt bei.

Das Känguru aus dem Kreis Euskirchen ist übrigens zur Untersuchung in das Veterinäramt des Kreises gebracht worden. Vielleicht wird dort herausgefunden, woher es kam.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert