Wenn plötzlich der eigene Wohnwagen vorbeifährt...

Von: Stephan Mohne
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Aachen. Im deutschen Kinostreifen „Theo gegen den Rest der Welt” gibt es anfangs eine nette Szene: Protagonist und Lastwagenfahrer Theo muss an einer Autobahnraststätte austreten.

Als er wieder ins Freie tritt, fährt gerade sein 40-Tonner an ihm vorbei - logischerweise mit einem anderen Fahrer am Steuer. Eine wilde Verfolgungsjagd durch halb Europa beginnt. Natürlich gibt es so etwas nur im Film - oder?

Denkste. Einem 50-jährigen Aachener ist nämlich am Freitag eine sehr ähnliche Sache passiert. Im Gegensatz zum Theo-Film, in dem der Laster letztlich auf Nimmerwiedersehen verschifft wird, hat die hiesige Story aber ein Happy End.

Los ging die Sache um kurz vor halb acht. Zu dieser Zeit war der Aachener „Theo”, der in Nirm einen Dienstleistungsbetrieb hat, mit seinem Auto unterwegs, als er plötzlich seinen Augen nicht traute. Da fuhr nämlich ein Auto vorbei, das einen Wohnwagen angekoppelt hatte. Und der sah exakt so aus wie - genau: sein eigener. Der ist, wie es Adolf Freh von der Polizeileitstelle auf Anfrage der AZ der Anzeige entnehmen konnte, normalerweise an der Haarbachtalstraße in Haaren geparkt.

Kennzeichen stimmte...

Dort, gegenüber der Haarbachtalhalle, gibt es einen Parkplatz, auf dem regelmäßig mehrere Wohnwagen stehen. Der 50-Jährige rief zunächst einmal immer noch ungläubig zu Hause an und ließ sich vorsichtshalber nochmal das Kennzeichen durchkabeln. Um dann festzustellen: Das war tatsächlich sein Caravan der Marke „Hobby”. Also klemmte er sich hinter das Gespann - und alarmierte die Polizei.

Es ging Richtung Verlautenheide und schließlich zur Autobahn 4 in Richtung Niederlande. An der dortigen Anschlussstelle Aachen-Zentrum an der Krefelder Straße raste die Polizei auf die Piste. Die Flucht der Diebe nahm somit wenig später ein Ende. Und zwar rund 200 Meter hinter der Abfahrt Laurensberg und damit ganz knapp vor der niederländischen Grenze.

Im Tatfahrzeug saßen ein 46-jähriger und ein 24-jähriger Niederländer. Bei einer ersten Befragung räumte einer von ihnen laut Freh ein, dass er die schönen Wohnwagen immer in Haaren habe stehen sehen und dass dann der Entschluss gereift sei, sich davon einen unter den Nagel zu reißen. Der beraubte 50-Jährige konnte später seinen Caravan wieder mit nach Hause nehmen. Die Diebe landeten im Präsidium, wo ihnen die Führerscheine und ihr Auto abgenommen wurden.

Bei der Polizei war man sich einig: Solch eine Geschichte erlebt man auch nicht alle Tage - schon gar nicht außerhalb eines Kinofilms.
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