Ungarns älteste Seriendiebin erneut bei Einbruch erwischt

Von: dpa
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Budapest. Sie ist die älteste und bekannteste Seriendiebin Ungarns, doch die erfolgreichste ist sie nicht: Mit 83 Jahren ist Gizella Kosztor erneut bei einem Einbruch erwischt worden.

Die Budapesterin war seit dem Jahr 1953 insgesamt 21 Mal wegen Diebstahls verurteilt worden. Jetzt drang sie im nordungarischen Komarom erneut in ein Haus ein, wurde aber vom Eigentümer dabei überrascht und der Polizei übergeben, berichteten ungarische Tageszeitungen am Freitag.

Sie stiehlt nach eigenen Angaben „aus Leidenschaft” und bezeichnet sich stolz als „Königin der Diebe”. In Ungarn nennt man die berühmt- berüchtigte Rentnerin „Fliegende Gizi”, weil sie während des Kommunismus stets per Flugzeug zu ihren Tatorten in der ungarischen Provinz und am selben Tag zurück nach Budapest gereist war. Inzwischen benutzt sie nur noch den Zug, zumal in Ungarn Bahnfahrten für Rentner kostenlos sind.

In ihrer langen Kleptomanenkarriere wurde „Gizi” zu insgesamt 40 Jahren Haft verurteilt. Davon hat sie nur 20 Jahre abgesessen, weil sie immer wieder wegen guter Führung vorzeitig entlassen wurde. Schon in frühester Kindheit bestahl sie ihre Lehrer und Nachbarn und wurde damals deswegen in einer Nervenklinik behandelt.

Als junge Frau schaffte sie sogar eine Lehrerinnenausbildung, doch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie rückfällig. Zu ihrer Methode gehörte es, sich gewaltlos in fremde Wohnungen „hineinzuschleichen” und Wertgegenstände mitzunehmen, berichteten ungarische Medien.

In Komarom, wo sie jetzt ertappt wurde, hat „Gizi” nichts stehlen können. Jedoch wird sie nun wegen eines drei Monate zurückliegenden Diebstahls in einem Haus in Szentendre bei Budapest verhört. Dort soll „Gizi” den Familienschmuck gestohlen haben, glaubt die Polizei.

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