Pferd im Pool: Kuriose Polizeieinsätze 2010

Von: Christina Horsten, dpa
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Pferd im Pool: Nicht immer jagt die Polizei Mörder und Diebe - auch Nackt-Kletterer, Hängebauchschweine, Stinkbomben-Werfer und stillende Autofahrerinnen haben die Beamten in Nordrhein-Westfalen 2010 beschäftigt. Eine Auswahl der kuriosesten Einsätze. Foto: dpa

Aachen/Essen. Nicht immer jagt die Polizei Mörder und Diebe - auch Nackt-Kletterer, Hängebauchschweine, Stinkbomben-Werfer und stillende Autofahrerinnen haben die Beamten in Nordrhein-Westfalen 2010 beschäftigt. Eine Auswahl der kuriosesten Einsätze.

Beunruhigt rief ein Lehrer aus dem ostwestfälischen Delbrück im vergangenen Juni die Polizei: In seiner Schule sei Gas ausgetreten. Als die Beamten anrückten, entpuppte sich das vermeintliche Gas allerdings als Stinkbombe. Ein 14-Jähriger gab zu, die Scherzartikel an Mitschüler verkauft zu haben. Ob Stinkbombe im Klassenzimmer, Pferd im Pool oder Hausschlüssel im Altkleider- Container - die Polizisten in NRW hatten 2010 mit einigen kuriosen Widrigkeiten zu kämpfen.

In Aachen wurden die Beamten im April in ein Restaurant gerufen: Ein Fleischlieferant war wutentbrannt in das Lokal gestürmt und hatte den Gästen Schnitzel, Steaks und Filets vom Teller gerissen - der Gastwirt hatte seine Schulden nicht bezahlt.

Als zutraulich erwies sich ein ausgebüxtes Hängebauchschwein zu Ostern in Ratingen. Besorgte Anwohner hatten die Polizei alarmiert, weil das ausgewachsene Schwein in ihrer Wohnsiedlung herumlief. „Da dieses sich als nicht menschenscheu zeigte, nahm einer der Beamten die Kommunikation zu dem Tier auf”, meldete der Polizeibericht. Der Polizist habe das Hängebauchschwein so lange beschäftigt, bis der Schweinehalter in der Nachbarschaft ermittelt worden sei.

In Essen mussten Polizei und Feuerwehr im Dezember ein Pferd retten. Kaltblut „Zaki” war aus einem Stall ausgebrochen und durch die zugefrorene Eisdecke eines Swimmingpools gebrochen. Die Helfer mussten das durchnässte Pferd betäuben, um es mit einem Kran aus dem Wasser ziehen zu können.

In Krefeld setzte ein fünfjähriger Junge im August sämtliche verfügbaren Streifenwagen der Polizei in Gang. Die Eltern hatten ihn als vermisst gemeldet - aber der Kleine hatte sich in einem Laden unter einer Jacke versteckt und über das Spektakel amüsiert.

In Warstein (Kreis Soest) halfen die Beamten einem nächtlichen Nackt-Kletterer aus der Bredouille. Der 47-Jährige hatte per Telefon um Hilfe gebeten, weil er in einer mehr als 40 Meter hohen Wand eines Steinbruches festhänge.

Beamte in Velbert hielten eine Autofahrerin an, die völlig ungerührt am Lenkrad und in voller Fahrt ihr Baby stillte. In Viersen warf eine Frau versehentlich eine Jacke mit ihrem Wohnungsschlüssel in den Altkleider-Container - Polizei und Feuerwehr flexten ihr das Schloss des Containers auf.

Hin und wieder bekamen die Beamten auch kuriosen Dank für ihre Arbeit. Ein Autofahrer aus Bonn bedankte sich bei der Polizei in Iserlohn für eine Strafe wegen Telefonierens hinter dem Steuer. Bei der Kontrolle suchte der Autofahrer in seiner Geldbörse vergebens nach seinem Ausweis - er bekam einen Punkt in Flensburg, schrieb aber trotzdem eine Dankes-Mail: „Da ich aber in drei Tagen verreise, hätte ich am Flughafen ziemlich blöde dagestanden ohne meinen Personalausweis.”
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