Lautes Singen gegen das Fremdgehen

Von: ddp
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<b>London. </B>Weibliche Ameisenvögel versuchen, den Gesang ihres Partners zu übertönen, wenn ein einzelnes anderes Weibchen in der Nähe ist. Mit ihrem Gesang wollen sie die Flirtsignale ihres Partners übertönen oder zumindest stören und dem anderen Weibchen klarmachen: „Der gehört zu mir”.

Das fanden Joseph Tobias und Nathalie Seddon von der Universität in Oxford in Versuchen mit Ameisenvögeln heraus. Sie sehen darin den ersten Beweis dafür, dass ein solches Verhalten bei Vögeln auch zwischen Partnern existiert.

Zuvor war es lediglich unter konkurrierenden Männchen und zwischen rivalisierenden Paaren beobachtet worden. Die Ergebnisse der Studie erscheinen im Fachmagazin „Current Biology” (Bd. 19, Nr. 6).

Die Forscher machten ihre Versuche mit Ameisenvögeln, weil diese das ganze Jahr hindurch zusammenbleiben und ihr Revier gemeinsam verteidigen. Sie entfernen sich dabei selten mehr als zehn Meter voneinander.

Die Wissenschaftler spielten den Paaren zuerst Aufnahmen eines anderen Ameisenvogelpaares vor und dann Aufnahmen eines einzelnen Weibchens. Die Paargesänge waren für die Versuchstiere das Signal, ihr Revier zu verteidigen, deshalb reagierten sie ebenfalls mit einem Duett auf den Gesang.

Auf die Aufnahme des Gesangs des einzelnen Weibchens reagierte das Weibchen hingegen, in dem es versuchte, den Gesang seines Partners zu stören. Es wollte ihn also vom Flirten abbringen - und habe sich damit ähnlich wie eifersüchtige Frauen verhalten, findet Tobias.

Das Männchen reagierte wiederum auf die Störattacken seiner Partnerin, indem es die Tonlage seines Gesangs änderte.

Auch rivalisierende Männchen anderer Vogelarten bedienen sich des Gesangs, um Konflikte zu lösen: Sie versuchen, Balzgesänge des Konkurrenten durch ihren eigenen Gesang zu übertönen. Nach Ansicht der britischen Forscher sind demnach Konflikte wichtige Auslöser für die Entwicklung von Paargesängen. Selbst die menschliche Kommunikation könnte sich aus Streitsituationen heraus entwickelt haben.
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