Japaner reitet auf heiligem Baumstamm in den Tod

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Tokio. Es ist eines der wildesten Festlichkeiten Japans: Beim onbashira, wörtlich „heilige Pfeiler”, reiten Männer auf gewaltigen Baumstämmen steile Berghänge herab.

Das alle sechs Jahre stattfindende Spektakel zur symbolischen Erneuerung des Shinto-Schreins Suwa Taisha bezahlte ein Japaner diesmal mit seinem Leben, meldete die Nachrichtenagentur Jiji am Montag. Der 38-Jährige geriet beim Herunterzusausen unter einen der bis zu 12 Tonnen schweren Stämme und schlug mit dem Kopf dagegen. Drei weitere Männer erlitten Knochenbrüche.

Beim onbashira in der Provinz Nagano werden die Bäume in einer der japanischen Ur-Religion Shinto folgenden Zeremonie mit speziellen Äxten gefällt, mit Bändern in den Shinto-Farben Rot und Weiß dekoriert und mit langen Seilen versehen.

Die Bäume mit einem Durchmesser von teils mehr als einem Meter dienen der symbolischen Erneuerung der Grundfesten der Schreingebäude. Den gefährlichen Teil der Zeremonie bildet das „ki-otoshi”, wenn ausgewählte kräftige Männer auf die Stämme klettern und damit im steilen Winkel bis zu 100 Meter die Hänge herabgleiten.

Am Ende der Festlichkeiten werden die Stämme von Hand senkrecht aufgerichtet. Diese Zeremonie war als Teil der Eröffnungsfeiern zu den Olympischen Winterspielen 1998 in Nagano aufgeführt worden.
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