Nottingham - Im Wandel der Zeiten: Das letzte Abendmahl wird immer üppiger

Im Wandel der Zeiten: Das letzte Abendmahl wird immer üppiger

Von: ddp
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Abendmahl / Oberammergau
Christus-Darsteller Martin Norz bricht das Brot mit seinen Jüngern zum Letzten Abendmahl, bei der Fotoprobe zu den Passionsspielen 2000 im Festspielhaus in Oberammergau. Forscher haben jetzt anhand von Abendmahls-Gemälden nachgewiesen, dass die Essensportionen im Laufe der Jahrhunderte immer größer wurden. Foto: ddp

Nottingham. Die Portionen, die Tag für Tag auf unseren Tellern landen, werden kontinuierlich größer. Das haben zwei US-Forscher durch die Analyse von 52 Gemälden aus unterschiedlichen Epochen herausgefunden, die alle das letzte Abendmahl Jesu abbilden.

Dass die Essensmengen bereits seit über tausend Jahren anwachsen - zumindest in der Kunst - sei auf die produktivere Landwirtschaft zurückzuführen, erklären die Brüder Brian und Craig Wansink von der Cornell University im Fachmagazin „International Journal of Obesity”.

Große Portionen auf großen Tellern verführen dazu, mehr zu essen, als einem gut tut - und sowohl die Portionen als auch die Teller würden immer größer, sagen Gesundheitsexperten.

Aber wie lange gibt es diesen Trend bereits? Die Antwort auf diese Frage fanden die Wissenschaftler in der Kunst, denn dort wird oft der Alltag abgebildet. Das wohl am häufigsten gemalte Bild einer Mahlzeit ist das letzte Abendmahl von Jesus; es existieren mehr als viertausend Gemälde davon.

Die Wissenschaftler analysierten deshalb 52 Bilder, die zwischen den Jahren 1000 und 2000 gemalt wurden: Mit Hilfe eines Computerprogramms bestimmten sie die Größe von Hauptgerichten, Broten und Tellern. Um eine gute Vergleichbarkeit der Bilder untereinander zu gewährleisten, wurden sie jeweils mit der mittleren Kopfgröße der abgebildeten Personen normiert.

Mit erstaunlichen Resultaten: In den letzten tausend Jahren nahm die Größe der abgebildeten Hauptgerichte stufenweise um 69 Prozent zu. In der gleichen Zeit wurden die Teller um 66 Prozent und das Brot um 23 Prozent größer.

Dies ist nach Meinung der Wissenschaftler realitätsnah und direkt durch das größere und billigere Angebot von Nahrungsmitteln erklärbar: „In den letzten tausend Jahren gab es dramatische Veränderungen in der Produktion und bei den Preisen von Nahrungsmitteln”, sagt Brian Wansink. „Wir denken, dass sich das auch in Bildern vom berühmtesten Abendessen der Geschichte widerspiegelt.”

Nicht analysiert wurde hingegen die Größe der Weingläser, da die meisten Gemälde keinen Wein zeigten - obwohl dieser laut Überlieferung ein wichtiger Bestandteil des Mahls war.
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