Erbstreit: Hund als Alleinerben eingesetzt

Von: dpa
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Bonn. Seinen Hund „Lucky” hat ein 52-Jähriger zum Alleinerben bestimmt und handschriftlich verfügt, dass das Tier alles erbt, auch die Häuser.

Dieses Testament, dass der Verstorbene drei Jahre vor seinem Tod niedergelegt hatte, steht jetzt im Zentrum eines Erbstreites vor dem Bonner Landgericht. Das bestätigte ein Sprecher am Mittwoch.

Das Amtsgericht Euskirchen hatte dem gesetzlichen Erben des Verstorbenen einen Erbschein ausgestellt. Mit der Begründung: Das Testament des 52-jährigen, der im Januar 2009 gestorben ist, sei ungültig, da ein Hund kein Erbe sein könne.

Ein Erbe müsse eine Rechtsperson sein, so steht es im Gesetz, und das sei ein Tier naturgemäß nicht.

Ein Freund des Verstorbenen, der sich - wie im Testament ebenfalls niedergelegt - um Lucky, aber auch um die Instandhaltung der Häuser kümmern soll, hat dagegen Beschwerde beim Bonner Landgericht eingelegt und fordert die Einziehung des Erbscheins.

Sein Argument: Entgegen dem eindeutigen Wortlaut des Testaments sei er der rechtmäßige Erbe, weil er Lucky „gut behandeln, füttern und einmal im Jahr impfen lassen” soll.

So habe es der Verstorbene im letzten Willen formuliert. Jetzt müssen die Bonner Richter entscheiden, ob das Testament wirksam ist oder nicht. Dabei müssen sie nicht nur den Wortlaut prüfen, sondern auch den Willen des Erblassers erforschen, was der Mann mit seinem Testament wirklich gemeint hat.

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