Dunkle Briefumschläge kosten mehr Porto

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Bonn/Kiel. Wer dunkle Standard-Briefumschläge per Post verschickt, muss dafür 90 statt 55 Cent Porto bezahlen. Der Grund für den Aufschlag sei, dass bunte Briefe maschinell nicht lesbar sind und per Hand sortiert werden müssen.

Uwe Bensien, Sprecher der Deutschen Post in Bonn: „Der orange Strichcode, den wir auf die Umschläge drucken, hebt sich nicht genug ab.” Wegen des höheren Aufwands würden Standardbriefe in die nächsthöhere Preisklasse für Kompaktbriefe eingestuft. Diese Regelung gelte schon seit Jahren.

Ob die Post mehr Geld für bunte Briefe verlangen darf, sei allerdings fraglich, sagt Thomas Hagen von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein in Kiel. Schließlich sei dieser Sonderfall nicht ausdrücklich in den Preislisten zu finden. Vor allem müsse die Post ihren Kunden mitteilen, wann sie einen Aufpreis verlangt: „Die meisten Leute wissen das nicht”, sagt Hagen - wohl auch, weil der Empfänger in der Regel stillschweigend den Aufpreis bezahle und aus Höflichkeit den Absender nicht darauf hinweisen wolle, dass er den Brief falsch frankiert hat.

Aber selbst wenn die Sonderregelung bekannt ist, verunsichere sie die Kunden: „Fällt schon ein höheres Porto an, wenn meine Tochter einen rosa Brief schickt?”, fragt sich Hagen. In der Tat gebe es kein klares Kriterium, erläutert Bensien. Richtschnur sei „das, was man als dunkel empfindet”. Briefumschläge in hellen, einfarbigen Pastelltönen seien kein Problem, rote dagegen schon.

Wird ein dunkler Briefumschlag nur mit 55 Cent frankiert und bereits im Briefzentrum am Wohnort des Absenders entdeckt, erhalte ihn dieser mit der Aufforderung zurück, eine Briefmarke mit den fehlenden 35 Cent draufzukleben.

Fällt der Brief dagegen erst im Briefzentrum am Wohnort des Empfängers auf, muss dieser bezahlen - und zwar nicht nur die fehlende Differenz. Zusätzlich zum Nachentgelt von 35 Cent werde dann ein Einziehungsentgelt von 51 Cent fällig, erklärt Bensien. Der Standardbrief kostet dann also 1,41 Euro. Weigert sich der Empfänger, den Aufpreis zu zahlen, werde der Brief an den Absender zurückgeschickt, und dieser müsse 86 Cent nachzahlen.

Bei anderen Fällen von maschinell nicht lesbaren Briefen müssten Kunden nicht mit einem erhöhten Porto rechnen, sagt Bensien - etwa wenn die Adresse unleserlich geschrieben ist. Das sei ein Einzelfall, der nicht in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu regeln ist.
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