Bielefeld bietet Trauung im eigenen Wohnzimmer

Von: dpa
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Bielefeld. Manche mögens extravagant, andere lieber in vertrauter Umgebung. Darum bietet das Standesamt in Bielefeld nicht nur Eheschließungen im Fußballstadion oder im Museum an. Künftig können sich die Verliebten das Ja-Wort auch in den eigenen vier Wänden geben.

Ab 1. April (kein Scherz) sind Anmeldungen möglich. Der Standesbeamte kommt dann zur Trauung ins Haus. Ganz billig ist der Spaß aber nicht: 1500 Euro müssen die angehenden Eheleute dafür auf den Tisch legen.

„Und sie müssen einige Voraussetzungen erfüllen”, sagt Bielefelds oberster Standesbeamter, Christian Hampel. „Es muss ein würdiger Rahmen sein.” Was das heißt? „Irgendeine Wohnküche ohne vernünftige Einrichtung kann es nicht sein.” Noch genauer? Ganz ausgefallene Räume wie das Badezimmer schließt Hampel aus. Ebenso Trauungen im Freien. „Wir sind doch nicht in Kalifornien”, sagt er und verweist auf die oft unsichere Wetterlage in Ostwestfalen.

Und die Liste der Einschränkungen wird länger: „Sport- oder Fabrikhalle geht auch nicht. Das hat keinen Stil”, gibt Hampel vor. Kirchen kommen auch nicht in Frage. „Wir müssen die Trennung von Staat und Kirche einhalten.” Und die Standesbeamten bekommen für die Zeit der Trauung Hausrecht. „Damit sie im Notfall betrunkene Gäste rauswerfen können, zum Beispiel”, erklärt Hampel.

„Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind und gültige Papiere vorliegen, kann es losgehen”, sagt Hampel. Ach ja, eine Einschränkung hat er noch: „Trauungen im Heißluftballon sind auch nicht möglich.” Dabei vermutet Hampel nicht etwa, dass seine Standesbeamten nicht schwindelfrei wären. Sondern? „Ein ungünstiger Wind und schnell ist das Brautpaar mit dem Beamten über die Bielefelder Stadtgrenze hinweg. Und da sind wir nicht mehr zuständig.”

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