Zwischen Göttlichkeit und Dämon

Von: fel
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Gesamtkunstwerk: Euriade-Inten
Gesamtkunstwerk: Euriade-Intendant Werner Janssen, Rafael Ramirez Maro und Vater Antonio Maro und Klangkünstlerin Rena Meyer Wiel (von links). Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Mit einer kühnen Performance ist jetzt die sehenswerte Doppelausstellung „Schechina oder die blaue Göttlichkeit/Celestina oder die dämonische Kraft” im Rahmen des Amadèo-Festivals der Euriade-Stiftung in der Aachener Aula Carolina eröffnet worden.

Sehenswert ist sie aus mehreren Gründen. Sehenswert einerseits, weil sie von zwei Malern bestückt worden ist, die aus dem gleichen Haus kommen und dennoch höchst unterschiedliche Stile pflegen: Antonio Máro und sein Sohn Rafael Ramírez Máro. Andererseits, weil die Extreme im Ausstellungstitel - Gott und Dämon, gut und böse - sich auch in den Werken der Künstler widerspiegeln.

Antonio Máro lädt in der absoluten Abstraktheit seiner Bilder geradezu ein, der „strahlenden Göttlichkeit”, die in der jüdischen Religionstradition als „Schechina” eine zentrale Rolle spielt, nachzuspüren. Der krasse Gegensatz dazu ist die Geschichte der Celestina - eine spätmittelalterliche Tragikomödie von Fernando de Rojas, deren zentrale Figur eine saufende, böse alte Hure ist, die das Böse, Oberflächliche und Sinntötende symbolisiert. Rafael Ramírez Máro hat eine Szene aus der „Celestina”, die „Verhöhnung des Todes”, in seinem in der Aula Carolina gezeigten Werk verarbeitet. Und ganz anders als der Vater in seiner Abstraktheit schwelgt er in der opulenten, sinnlichen Darstellung von weiblichen Rundungen, Hingabe und Sauflust.

Euriade-Intendant Werner Janssen eröffnete die opulente Werkschau mit Rezitationen und philosophischen Betrachtungen über das wahrhaft Spirituelle und den von der Vernunft diktierten Blick des modernen Menschen auf die Realität. Begleitet wurde er dabei von sphärischen Klängen der Tonkünstlerin Rena Meyer Wiel.

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 7. August, wochentags von 15 bis 20 Uhr, samstags und sonntags ab 12 Uhr. Das Bild „Die Verhöhnung des Todes” von Máro junior ist nur bis zum 2. August zu sehen. Dann geht das großformatige Werke auf Reisen - nach Österreich, wo sich eine große Ausstellung auf Burg Hochosterwitz in der Steiermark der „Celestina” in der modernen Kunst widmet und Werke beider Máros unter anderem neben Werken von Pablo Picasso und Alejandro DeCinti zu hängen kommen.

Fabian Müller holt ersten Platz bei Prix dAmadèo

Fabian Müller ist der Gewinner des Klavierwettbewerbs Prix dAmadèo. Der 1990 in Bonn geborene Pianist hat bereits mehrfach mehrfach 1. Bundespreise beim Wettbewerb „Jugend musiziert” und studiert bei Prof. Pierre Laurent Aimard an der Musikhochschule Köln. Der erste Platz ist mit 5000 Euro dotiert.

Den zweiten Platz inklusive Publikumspreis holte Elmira Sayfullayeva aus Weißrussland, den dritten Platz Xiang Huang aus China. Die Finalisten des Wettbewerbs konnten aus Klavierkonzerten von Mozart auswählen, die sie gemeinsam mit dem Kammerorchester Sinfonietta Köln unter der Leitung von Cornelius Frowein interpretierten.

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