Zsuzsa Bánk liest aus „Schlafen werden wir später“

Von: sar
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Sie las im Aachener Ludwig Forum aus ihrem neuen Roman „Schlafen werden wir später“: Zsuzsa Bánk. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Sie ist eine Autorin, die Frauen aus der Seele spricht: Zsuzsa Bánk las im Ludwig Forum für internationale Kunst. Die Stadt Aachen und die Buchhandlung Backhaus hatten für den prominenten Gast den richtigen Rahmen gesucht – und gefunden.

„Schlafen werden wir später“ ist der Titel ihres neuen Romans, der zum größten Teil aus der Kommunikation zweier Freundinnen besteht. Die Schriftstellerin Márta lebt in der Stadt, hat Mann und Kinder. Sie ringt um Zeit und Freiraum im turbulenten Alltag. Freundin Johanna ist Lehrerin im Schwarzwald, lebt allein. Sie ringt mit ihrer Doktorarbeit über die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Die Frauen verbindet eine tiefe Freundschaft und die Frage nach ihren jeweiligen Lebensentwürfen.

Zsuzsa Bánk holt in diesem Buch die Tradition des Briefromans in die Gegenwart – die Frauen tauschen Emails aus, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Zsuzsa Bánk liest –still, eindringlich, konzentriert. Sie zieht ihre Zuhörerschaft tief hinein in die beiden Leben. Die Natur, die Stimmungen der Jahreszeiten sind ein wichtiges Element in diesem Buch. Zsuzsa Bánk hat Textstellen ausgesucht, in denen herbstliches Dunkel und Nebel auf den Seelen lasten.

Man erkennt, wie geschickt es war, das Promotionsthema Annette von Droste-Hülshoff einzubauen. Die zitierten Gedanken und Texte der Dichterin sorgen für sehr schöne Farben im Roman, lassen die forschende Germanistin reisen und auf den Spuren der Dichterin eine Menge Eigenes entdecken.

Alltägliches lässt ihr Publikum schmunzeln: die Spülmaschine, die den Geist aufgibt, kranke Kinder, Geldsorgen, belastende Erinnerungen an die Familie – das kennen viele.

Zsuzsa Bánk setzt mit großer Sicherheit ihre Lebenserfahrung um, hat poetischen Schwung, eine fein differenzierende Ausdrucksweise und starke Gefühle für ihre Gestalten. Das spüren die Leser, deshalb kommen sie und möchten nach einer Stunde nur eins – mehr von diesem Text und dieser Autorin.

Zsuzsa Bánk: Schlafen werden wir später. Verlag S. Fischer, 683 Seiten, 24 Euro.

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