Aachen - Zerrissenheit und Zweifel beim Schumann-Festival

Zerrissenheit und Zweifel beim Schumann-Festival

Von: wyb
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Einsatz für Schumann: Festival
Einsatz für Schumann: Festival-Organisatorin Cosima Streich (rechts), Prof. Herbert Görtz (Mitte) und junge Musikstudenten. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Das Musikgeschäft ist schnelllebig. „Brahms war gestern”, könnte man aus Sicht der Aachener Musikhochschulstudenten formulieren - ohne das despektierlich zu meinen.

„Zerrissenheit, Zweifel, das Streben nach Vollkommenheit: Er ist schwer zu verstehen, aber es ist unmöglich, Schumann nicht zu mögen”, sagt Streich. Vorträge und Lesungen sollen das Leben des Komponisten beleuchten, sechs Konzerte seine Kammermusik zu Gehör bringen. Dozenten und Studenten musizieren dabei Seite an Seite. Einen „enormen Erfahrungsaustausch” nennt das Professor Herbert Görtz, geschäftsführender Direktor der Musikhochschule Aachen, und spricht von der „idealen Form der Musikhochschule: die Symbiose”.

Dass eine Studentin auf eigene Initiative hin ein komplettes Festival auf die Beine stellt, sei ungewöhnlich, sagt Görtz - aber nötig. „Es reicht nicht mehr zu lernen, sein Instrument gut zu beherrschen”, sagt er. „Die Studenten müssen heute mehr denn je lernen, ihr Produkt auch an den Mann zu bringen.”

Und das werde „ganz anders als Brahms”, kündigt Streich an und verweist damit auf die Biografie Schumanns, die es beinahe erzwinge, sich dem Künstler auch literarisch zu nähern. Zum rund 50-köpfigen Musiker-Team zählen neben Professoren, Dozenten und Studenten der Als Cosima Streich im vergangenen Jahr das Brahms-Festival aus der Taufe hob und der Zuspruch prompt die Erwartungen übertraf, wurde der Studentin schnell klar, dass die erfolgreiche Konzertreihe eine Fortsetzung finden sollte. Vom 13. bis 22. Juni widmet sich das Team um Streich daher dem Jubilar Robert Schumann, der am 8. Juni 200 Jahre alt geworden wäre.

Aachener Musikhochschule auch Gäste aus der RWTH sowie den Musikhochschulen in Essen und Berlin. Alle spielen ohne Gage, Spenden und Sponsoren sind dennoch sehr willkommen.

Auf dem Programm stehen Konzerte für Klavier und Violoncello, Sonaten und vieles mehr. Das Zusammenspiel von Dozenten und Studenten, von älteren und jüngeren Musikern lasse Spielraum für Interpretationen, sagt Streich. „Man kann die Dinge immer so oder so machen. Man muss es nur logisch fortführen.” Mit Blick auf das Festival scheint die Rechnung aufzugehen.

Die Termine


Das Robert-Schumann-Festival findet vom 13. bis 22. Juni im Kammermusiksaal der Musikhochschule Aachen, An den Frauenbrüdern 1, statt. Der Eintritt ist frei.

13. Juni: Eröffnungskonzert u.a. mit dem Trio Testore (17 Uhr).

14. Juni: Vortrag Robert Schumann: Facetten eines romantischen Musikerlebens (12 Uhr), Literarisch-musikalischer Spaziergang über den Lousberg (15 Uhr).

15. Juni: Konzert mit Werken u.a. für Klavier und Viola (18 Uhr), Vortrag Die Klavierkammermusik von Robert Schumann (16 Uhr).

16. Juni: Liederabend Studenten der Klasse Prof. Jürgen Glauß (18 Uhr).

17. Juni: Frühlingsfahrt (12 Uhr), Clara Schumann: Künstlerin, Ehefrau, Mutter (16 Uhr).

20. Juni: Konzert u.a. mit Werken für Klavier und Violine (17 Uhr).

21. Juni: Konzert u.a. mit Werken für Klavierquartett (18 Uhr).

22. Juni: Abschlusskonzert u.a. mit Werken für Klavier und Violoncello (18 Uhr).

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