Monschau - World Press Photo: Ausstellung im Monschauer KuK

World Press Photo: Ausstellung im Monschauer KuK

Von: Eckhard Hoog
Letzte Aktualisierung:
01_John Stanmeyer.jpg
Verarmte Afrikaner versuchen am nächtlichen Strand von Dschibuti, ein Handysignal aus Somalia einzufangen.
03_Taslima Akhter.jpg
Zwei Opfer des Einsturzes des Rana Plaza in Bangladesch, bei dem 1134 Textilarbeiter starben.
05_Goran Tomasevic.jpg
Syrische Rebellen gehen in Deckung, als eine Panzergranate an einer Wand explodiert.
17_Denis Dailleux.jpg
Kairo, Ägypten: eine Mutter und ihr Sohn.
14_Markus Schreiber.jpg
Trauer um Nelson Mandela: Diese Frau darf den ausgestellten Sarg nicht mehr besuchen, da der Zugang abgeriegelt wurde.

Monschau. Es ist Nacht. Kräuselnde Meereswellen glitzern und spiegeln das Mondlicht wider. Seltsame Gestalten recken den Arm mit einer magisch wirkenden Lichtquelle in die Höhe. Unwirklich, beinahe romantisch erscheint die rätselhafte Szenerie wie aus einer anderen Welt, und doch birgt sie eine sehr handfeste Geschichte, eine von geradezu existenziellen Ausmaßen.

Die Aufnahme von afrikanischen Migranten am Strand von Dschibuti stammt von dem amerikanischen Fotografen John Stanmeyer – sie wurde von der internationalen Jury des 57. World Press Photo Contest zum World Press Photo des Jahres gekürt. Das Bild ist eines von 130 Fotos in der Ausstellung „World Press Photo 14”, die das Kunst- und Kulturzentrum der Städteregion Aachen (KuK) vom 24. Januar bis zum 15. Februar präsentiert.

Im letzten Jahr war die Schau in Monschau der absolute Renner. KuK-Leiterin Nina Mika-Helfmeier erinnert sich: „Innerhalb von nur drei Wochen kamen über 6500 Besucher.“ Bei der grandiosen Auswahl, die in der neuen Ausgabe nun zu sehen ist, dürfte diese Zahl ganz sicher wieder erreicht werden. Fotos, die den Betrachter fesseln – genau das ist eines der Hauptkriterien, nach denen die Jury seit nunmehr 57 Jahren ihre Auswahl trifft, erklärt Nina Mika-Helfmeier. „Es geht dabei nicht um die Bewertung von Ereignissen.“ Ob Flüchtlings- oder Naturkatastrophe: „Wichtig sind der journalistische Anspruch und die fotografische Ästhetik; und es müssen Informationen vermittelt werden.“

John Stanmeyer ist das mit seiner Aufnahme überragend gelungen. Sie fängt einen Moment im Leben dieser Migranten ein, der alles sagt: Mit ihren Handys versuchen sie, ein Signal aus dem Nachbarland Somalia aufzufangen – eine letzte, schwache Verbindung zu den Verwandten. Dschibuti ist ein Drehkreuz für Flüchtlinge aus Somalia, Eritrea und Äthiopien auf ihrer Suche nach einem besseren Leben in Europa.

5754 Fotografen aus 132 Ländern nahmen diesmal an dem Wettbewerb teil, 98.671 Fotos wurden eingereicht. Die Jury – eine Gruppe von 19 international anerkannten Experten aus dem Bereich Fotojournalismus und Dokumentarfotografie – kam vom 1. bis zum 13. Februar 2014 in Amsterdam, dem Sitz der World Press Photo Foundation, zusammen, um alle Beiträge zu beurteilen. In neun Kategorien wurden Preise an 53 Fotografen aus 25 Ländern vergeben: aktuelle Themen, Alltagsleben, Reportagen, harte Fakten, Menschen – spontane und gestellte Porträts, Natur, Sport Action und Sport Feature.

„World Press Photo 14“, Ausstellung im Kunst- und Kulturzentrum der Städteregion Aachen (KuK), in Zusammenarbeit mit dem Zeitungsverlag Aachen, Monschau, Austraße 9, Telefon 02472/803194.

Eröffnung: Samstag, 24. Januar, 17 Uhr. Die Einführung hält Bernd Mathieu, Chefredakteur unserer Zeitung.

Dauer: bis 15. Februar. Geöffnet: Di.-Fr. 14-17 Uhr, Sa., So. 11-17 Uhr. Katalog: 35 Euro. Der Eintritt ist frei.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert