Aachen - Wise Guys in Aachen: Ein lebendes Antidepressivum

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Wise Guys in Aachen: Ein lebendes Antidepressivum

Von: Andreas Herkens
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Äußerst muntere Truppe auf der Bühne: die Wise Guys in Aktion im Aachener Eurogress – Daniel Dickopf, Marc Sahr, Eddi Hüneke, Nils Olfert und Andrea Figallo (von links). Foto: Andreas Steindl

Aachen. Wer fit ist und sich von diesen fünf Herren auf der Bühne nicht anstecken lässt, nicht vom Sitz aufsteht, mitklatscht, vielleicht sogar laut mitsingt – dem ist nicht zu helfen. Die Wise Guys am Sonntagabend im ausverkauften Aachener Eurogress: ein furioser Auftritt.

In einem seiner Songs sang das Kölner A-cappella-Quintett von einem Antidepressivum. Dabei ist die Gruppe selbst das beste Antidepressivum . . .

„Achterbahn“ heißt das unlängst erschienene neue Album der Wise Guys. Und das präsentierten sie dann auch in Aachen. Es begann gleich mit dem Titelstück, und das gab die Richtung vor. Setzt man eine Achterbahnfahrt gleich mit Action, dann trifft das auf die aktuelle Show der Formation voll zu: eine turbulente Angelegenheit mit viel Zug. Rund zwei Stunden, unterbrochen von einer Pause, die wie im Fluge vergingen. Ruhige Momente gab es nur wenige, beispielsweise bei zwei Balladen vom neuen Album: „Ein Engel“ und „Dein Blick“, vor allem Letzteres mit wunderbarem Satzgesang.

Noch ausgefeilter

Heulende Gitarren, fette Bläser, pumpender Bass, treibende Rhythmen: Das war reichlich zu hören – alles ohne Instrumente, nur mit Stimmen erzeugt. Die Wise Guys beherrschen das seit Jahren, aber diesmal, so hatte man den Eindruck, war es noch geschmierter, noch ausgefeilter. Was auch auf die Choreographien zutraf. Daniel Dickopf, Eddi Hüneke, Marc Sahr, Nils Olfert und der neue Bass An-drea Figallo zeigten sich in aufgeräumter, losgelöster Verfassung. Die beiden Umbesetzungen der vergangenen Jahre scheinen neu- en Schwung gebracht zu haben.

Musikalische Vielseitigkeit prägt auch das neue Album. Und so kam bei Songs wie „Ein dickes Ding“, „Ich bin wie ich bin“, „Am Ende der Welt“, „Keine gute Idee“, „Generation Hörgerät“ oder „Immer für dich da“ keine Sekunde Langeweile auf. „Ich kann nur den Refrain“ heißt ein weiterer Titel – aber das traf auf viele im Publikum nicht zu . . . Auch Ulk kam nicht zu kurz: Wenn es etwa um „Das Sägewerk Bad Segeberg“ ging oder der Italiener Figallo mit Unschuldsmine bekennen durfte „Ich weiß nicht, was ich singe“.

Sehr gelungen dann auch der „Wetterblock“: „Wann wird’s mal wieder richtig Winter?“, intonierten die fünf, und der ganze Saal stimmte mit ein. Anschließend „Jetzt ist Sommer“, einer der großen Hits der Wise Guys. Schließlich noch ein weiterer: „Mädchen lach‘ doch mal“. Diese Aufforderung brauchte kaum jemand: überall lächelnde Gesichter. Auch auf der Bühne. Der Saal stand, klatschte, sang einmal mehr. Und bejubelte die Herren im Scheinwerferlicht. Keine Frage, dieses Antidepressivum tat seine Wirkung.

Das nächste Konzert der Wise Guys in Aachen wird übrigens am Freitag, 23. Oktober 2015, im Eurogress sein.

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