München - Will Smith: Sein Traum ist die Nelson-Mandela-Story

Will Smith: Sein Traum ist die Nelson-Mandela-Story

Von: Andr Wesche
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Siegessicher: Für Will Smith ist die Rolle des Ben in „Sieben Leben” eine große Herausforderung. Im Interview macht er sich Gedanken über den von ihm gespielten Charakter, blickt in die Zukunft und denkt laut über die Zukunft Amerikas nach. Foto: dpa

München. Will Smith ist derzeit Hollywoods bestes Pferd im Stall, sein Gesicht auf dem Filmplakat ist Garant für volle Kinokassen. Ob Komödie („Hitch - Der Date Doktor”), actionreiche Endzeit-Vision („I Am Legend”) oder anrührendes Drama („Das Streben nach Glück”), der 40-jährige verleiht selbst wirklichkeitsfernen Figuren ein hohes Maß an Menschlichkeit und Authentizität.

Im Drama „Sieben Leben” spielt Smith einen Workaholic, der nach einem traumatischen Erlebnis einer Handvoll Mitmenschen zu einem besseren Leben verhilft.

Mr. Smith, um eine Frage des Filmes aufzugreifen: Sind Sie ein guter Mensch?

Smith: Eine schwierige Frage, schließlich hat jeder eine andere Vorstellung davon, was das bedeutet. Ich bemühe mich jedenfalls sehr darum. Man erwacht jeden Tag und versucht, sein Bestes zu geben. Ich hoffe, meine Frau und meine Kinder würden mich als guten Kerl bezeichnen.

Ihre Filmfigur Ben Thomas will Wiedergutmachung für einen folgenschweren Fehler leisten. Kann sein Konzept aufgehen?

Smith: Die Zuschauer reagieren sehr unterschiedlich auf diese Geschichte. Es hängt immer davon ab, an welchem Punkt ihres Lebens sie sich befinden. Ben ist wahlweise ein Sünder, der sich durch die Liebe freikauft, oder ein Sünder, der eine weitere, schreckliche Sünde auf sich lädt.

Entweder ist es eine wunderbare, romantische Wiedergutmachung oder die Tragödie eines selbstsüchtigen Mannes. Einigen Entscheidungen, die Ben trifft, kann ich nicht zustimmen, das war eine neue Erfahrung für mich. Das führte zu furchtbaren physischen Reaktionen. In den letzten fünfzehn Tagen, in denen wir den Schluss des Filmes drehten, schien mein Körper diesen Ben regelrecht abzustoßen.

Was hat Ihnen widerstrebt?

Smith: Ich kann es nicht verstehen, wie man aufgeben kann. Die erlösende Kraft der Liebe macht Ben plötzlich bewusst, dass sein Leben noch nicht vorbei ist und dass er einen neuen Weg beschreiten könnte. Zu diesem Zeitpunkt ist es für ihn freilich zu spät. Er hat für sich die Entscheidung getroffen, dass Gott einen Fehler gemacht hat, den er nun ausbügeln will. Er hält sich für einen talentierteren Ingenieur als Gott und wird eines besseren belehrt.

Suchen Sie heute gezielt solche neuen Herausforderungen?

Smith: Ich will meine künstlerische Bandbreite erweitern. Ich will Neues ausprobieren und es ist ein wenig furchteinflößend, einen Film ganz ohne Aliens, Explosionen und Spezialeffekte zu machen. Diese Figur ist mit Sicherheit die düsterste, die ich je gespielt habe.

Zeigt der Film den denkbar radikalsten Smith?

Smith: Nein, definitiv nicht. Sicherlich ist er radikaler als je zuvor, aber da ist noch eine Menge Spielraum.

Darf ein Mensch Gott spielen, wie Ben es im Film tut?

Smith: Ben ist psychisch krank. Weil ich aus anderen Filmen eine Menge Gepäck mitbringe, könnten die Leute der Annahme sein, was Will tut, sei immer gut. Dabei sollte sich jeder nach seinem Gefühl richten. Wenn Ben eine schlechte Entscheidung trifft, beschädigt das nicht die Werte, für die der Film steht. Die Diskussionen, zu denen der Film anregt, sind trotzdem wertvoll.

Was erwartet die Nummer eins Hollywoods von der neuen Nummer eins in Washington?

Smith: Es ist eine sehr interessante Zeit für Amerika und die ganze Welt. Die Leute wollen, dass sich die Dinge zum Besseren wenden. Und dafür brauchen sie ein Symbol. Es geht gar nicht so sehr darum, was Barack tun kann, als vielmehr darum, was er repräsentiert.

Sind Sie selbst das beste Beispiel für das „Yes we can!”-Amerika?

Smith: Ich habe immer daran geglaubt, dass alles möglich ist. Überall in der Welt hält man uns vor, dass wir Amerikaner immer an unserem Hollywood-Happy-End festhalten. Stell dir vor, es sind Wahlen, und der Schwarze gewinnt - was für ein toller Film.

Woran arbeiten Sie derzeit?

Smith: Ich bin momentan arbeitslos, es ist auch nichts in Sicht. Die Filme „I Am Legend”, „Hancock” und „Sieben Leben” gingen für mich nahtlos ineinander über. Meine Werkzeuge sind nun schärfer als je zuvor, ich bin in einer großartigen Verfassung.

Haben Sie ein Traumprojekt?

Smith: Ja, die Nelson Mandela-Story. Ich möchte eine epische und kraftvolle Geschichte über die Apartheit auf die große Leinwand bringen.

Würden Sie auch Barack Obama spielen?

Smith: Ich habe die richtigen Ohren für diese Rolle. Er hat dem ersten Teil der Geschichte einen fantastischen Schluss verpasst. Schauen wir, wie es weiter geht.
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