Wie eine gigantische Wundertüte: Cirque du Soleil in Köln

Von: Susanne Schramm
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Der Cirque du Soleil gastierte mit seinem Programm „Michael Jackson – The Immortal World Tour“ in der Lanxess-Arena Köln: 23 000 Zuschauer sahen am Wochenende die spektakuläre Show. Foto: Thomas Brill

Köln. Nicht kleckern, klotzen. Für seine neue Produktion „Michael Jackson – The Immortal World Tour“ hat der Cirque du Soleil weder Kosten noch Mühen gescheut. Gut zwei Stunden (inklusive 20 Minuten Pause) wartete die Show mit einem Rausch der Farben, Formen und Fantasien bei drei Vorstellungen in der Kölner Arena auf.

„The Immortal World Tour“ wirkt wie eine gigantische Wundertüte. Damit der Mix aus Musik, Tanz und Akrobatik, Pantomime, Multimedia-Show und Lichtspektakel seine volle Wirkung entfaltet, braucht es 64 Tänzer, Musiker und Artisten, mehr als 250 Kostüme und 1000 Ausstattungsteile, eine bewegliche Bühne mit komplexer Technik, einen riesigen, multifunktional einsetzbaren LED-Bildschirm, Lifts, Förderbänder, Stege und diverse Requisiten, die Reminiszenzen an Michael Jacksons Leben darstellen, und bis zu 2,40 Meter hoch sind. Die Gesamtprojektionsfläche umfasst 500 Quadratmeter.

Dreieinhalb Jahre nach dem Tod des „King of Pop“ ist das Interesse ungebrochen. In Köln wurde aufgrund der großen Nachfrage kurzfristig eine Zusatzaufführung am Sonntagnachmittag anberaumt. Samstag und Sonntag erlebten 23.000 Zuschauer in der Lanxess-Arena die Hommage an Michael Jackson.

Das Ziel, „Michaels Geist am Leben zu erhalten“ (Greg Philllinganes, musikalischer Direktor) wird durch Szenen transportiert, die Fiktion und Fakten, Werk und Leben, Wunsch und Wirklichkeit, miteinander vermischen.

Vor den verwunschenen Toren der „Neverland“-Ranch erwachsen Bronzestatuen zum Leben, eine monströse Dancing Machine schindet ihre Akteure im Räderwerk, neongrün schillernd windet sich eine biegsame Schlangenfrau zwischen den Seiten eines riesigen Geschichtsbuchs.

Dazwischen tauchen Originalszenen auf der Leinwand auf, Klassiker wie „Thriller“ werden tänzerisch neu interpretiert, und Jacksons Liebe zur Natur erhält ein eigenes Tableau. Auch Nebel und Pyrotechnik werden reichlich verwendet, für die Qualität der Musik bürgt eine Band, bei der unter anderem Jonathan „Sugarfoot“ Moffett mitspielt, der 30 Jahre lang Jacksons Schlagzeuger war. Das, was typisch ist für den Cirque du Soleil – die Mischung aus Artistik und Poesie – geht dabei nicht verloren, auch Nicht-Jackson-Fans können die Show genießen. Diejenigen aber, die nach wie vor den Mann aus Gary, Indiana, für den größten aller Popkünstler halten, müssen kurz vor Schluss tief durchatmen.

Eine Einspielung zeigt den späteren Superstar als rührend unschuldigen Achtjährigen, der mit der Stimme eines Engels singt. 43 Jahre später ist er tot.

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