Wer am Anfang steht, darf ruhig ein bisschen spinnen

Von: Hermann-Josef Delonge
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Aachen. Es liegt in der Natur der Sache, dass vieles im Vagen bleibt, wenn man über Dinge redet, die noch gar nicht spruchreif sind.

Die Bewerbung von Maastricht als europäische Kulturhauptstadt 2018 - im Verbund mit der ganzen Euregio Maas-Rhein und gegen starke Konkurrenz aus den Niederlanden (Den Haag, Utrecht, Brabant) - hat genau dieses Problem. Fest steht: Die Bewerbung kommt. Fest stehen, schon lange bekannt: Zeitplan und Partner. Fest stehen weiterhin nicht: konkrete Inhalte. Man steht halt am Anfang eines langen Weges: „Maastricht Via 2018”.

Worüber also reden, wenn man das Projekt in Bewegung halten will? Darüber, wie „spannend und groß” die „Herausforderung und Chancen” sind. Wie wichtig es ist, diese „Idee in den Köpfen zu implementieren” und „vernetzte Plattformen” zu schaffen. Im Aachener Ludwig Forum waren solche Formulierungen jetzt reichlich zu hören, als Guido Wevers, künstlerischer Leiter der Bewerbung, die „nächsten Etappenziele in Szene” setzte, wie in der Einladung zu lesen war. Er tat dies engagiert, in einer Mischung aus Charme, Temperament, Kompetenz und nicht zuletzt Verkaufstalent in neun Gesprächsrunden mit Vertretern aus Kultur, Politik, Verwaltung, Verbänden und Wirtschaft.

Von der „Kultur als Kitt für das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen” ist da schön die Rede; von der Region als „Laborraum für Europa” und „zum Teil noch unentdeckte kulturelle Schatztruhe”. Man träumt von neuen Museen, einem Konzerthaus für Aachen, einer gemeinsamen Identität. Und man verspricht, die Zeit bis zum Zuschlag der Jury zu nutzen, um weiter „zu spinnen und Ideen zu entwickeln”.

Ein bisschen konkreter wurde es dann doch noch, dafür sorgten Wevers selbst und Huub Smeets, Vorstandsvorsitzender der „Stiftung Maastricht Kulturhauptstadt 2018”. Bis Anfang Februar soll das Bewerbungsbuch stehen, inklusive Generalthema, natürlich mit Bezug auf Grenzen und Europa. Das soll im Sommer 2012 von der Stadt Maastricht abgesegnet und im Herbst bei der Jury in Brüssel eingereicht werden. Die Entscheidung soll im Frühjahr 2014 fallen.

Bei positivem Bescheid geht es dann an die konkreten Programmpunkte. In den einzelnen Regionen sind Arbeitsgruppen gebildet worden. Der Finanzrahmen beträgt 80 Millionen Euro. Die Region Aachen steuert fünf Millionen Euro bei, die Stadt Aachen zwei Millionen. Diese 80 Millionen sollen Einnahmen von 480 Millionen ermöglichen.

Ein ambitioniertes Unterfangen, das noch Gelegenheiten eröffnen wird, konkreter zu werden. Vielleicht schon in den „Open-Space-Werkstätten” vor Ort: 11. Oktober, 17 Uhr, für die Städteregion im Alten Kurhaus in Aachen, 17. Oktober, 17.30 Uhr, für den Kreis Heinsberg im Begashaus in Heinsberg, 18. Oktober, 15 Uhr, im Dürener Kreishaus.
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