Wellness-Musik fürs Innere

Von: Christoph Lammertz
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„Musik fürs Innere”: Andreas Vollenweider berührte bei den Dürener Jazztagen gut 5000 Musikfans. Foto: Christoph Lammertz

Düren. Durchatmen. Ein wenig Luft holen. Entspannen. Andreas Vollenweiders Begrüßungsworte ließen nicht viel Platz für Interpretationen: An diesem Abend würden die Dürener Jazztage keine ekstatische Bühnenshow, keine schweißtreibenden Grooves erleben.

Der Schweizer Harfenist kündigte „Musik fürs Innere” an - und er hielt sein Versprechen. Was er und seine beiden exzellenten Partner am Freitagabend auf der Open-Air-Bühne vor dem Dürener Rathaus den gut 5000 Musikfans boten, hätte die Überschrift „Wollenweiders Wellness-Wochenende” verdient gehabt, auch wenn das Wochenende in diesem Fall nur eineinhalb Stunden lang war.

Seit über 30 Jahren ist Andreas Vollenweider nun im Geschäft. 13 Millionen Tonträger hat er verkauft. Das schafft Gelassenheit und Souveränität. Die strahlt der Schweizer auf der Dürener Bühne in jeder Sekunde aus.

Sympathisch unprätentiös erzählt er zwischen den Stücken - die meisten von seinem aktuellen Album „Air” - die Entstehungsgeschichten zu seinen Kompositionen. Und das Publikum? Es lässt sich von Vol-lenweiders Art und seiner Musik sofort einfangen.

Viele schließen die Augen

Viele schließen die Augen, um die perfekt abgemischten Klangkreationen noch konzentrierter „einatmen” zu können. Laut wird es auch - nach jedem Stück, wenn die 5000 Musikfans ihrer Anerkennung mit begeistertem Beifall Ausdruck verleihen.

Nur zwei Musiker hat Andreas Vollenweider mitgebracht. Zum „Frischluftorchester” (der Name des aktuellen Albums lässt grüßen) gehören Daniel Küffer und Stefanie Peter. Während Küffer die ganze Palette von Saxofonen bedient, ist Stefanie Peter für die „Special Effects” zuständig.

Und die erzeugt sie überwiegend mit dem Mund. Ihre Stimmperkussion unterstützt die durchaus vorhandene Rhythmik in Vollenweiders Werken.

Die drei harmonieren prächtig, und es gelingt ihnen in Düren, diese Harmonie über den Rathausvorplatz zu tragen, auf dem viele Besucher wirklich einmal durchatmen können.

Mit einem weiteren Urgestein der Branche lockten die Organisatoren der Dürener Jazztage am Samstagabend noch einmal gut 3000 Besucher vor die Hauptbühne des Festivals. Und da ihnen an einer guten Mischung gelegen ist, wurde es diesmal knackiger als am Vorabend.

Pee Wee Ellis, der US-Saxofonist, der in den 60er Jahren wichtiger Bestandteil der James-Brown-Band war, liebt es immer noch funky. Da verwundert es nicht, dass er an seine Seite Musiker holt, die sonst in Nils Landgrens Funk Unit für die richtigen Grooves sorgen.

Ein wenig Blues, eine starke Duke-Ellington-Interpretation - Ellis lieferte Tanzbares mit ausreichend Platz für instrumentale Finesse.

„Die Resonanz war wieder einmal großartig”, freute sich Rolf Delhougne, der Vorsitzende des Dürener Jazzclubs über die durchaus gelungenen 19. Dürener Jazztage, die am Sonntag unter anderem mit der großen Parade durch die Innenstadt ausklangen.
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