„Was wahr war“: Gefährliches Duell im Theater K

Von: Grit Schorn
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Auf Augenhöhe? Mona Creutzer (links) und Eva Weissenböck im Theater K. Foto: Loni Liebermann

Aachen. Auf dem Friedhof lernen sich die beiden Frauen kennen. Sie sind sehr verschieden, doch am Ende werden sie sich immer ähnlicher. Die Bäckerin, die inzwischen eine erfolgreiche Kaffeehaus-Kette aufgebaut hat, trifft nach der Beerdigung ihres Vaters auf die toughe Journalistin, die endlich ihre „große Story“ wittert.

Mit digitalen Bildprojektionen führt Michael Englers Stück „Was wahr war“, das jetzt im Aachener Theater K uraufgeführt wurde, unmittelbar zu Orten der Begegnung zwischen der ehrgeizigen Reporterin Simone Wiegand und der ebenso ambitionierten Unternehmerin Evelyn Schönfeld. Simone macht sich geschickt an Evelyn heran, ist teilnahmsvoll angesichts der Beerdigung ihres Vater und verwickelt die elegante Frau in ein Gespräch.

Angesichts der einfühlsamen Zuwendung von Simone fasst die eher misstrauische Erfolgsfrau langsam Vertrauen zu der Journalistin. Mona Creutzers subtiles Spiel offenbart die Unsicherheit und Ängste der erfolgreichen „Bäckerin“, die Simone später sogar ihre einstige, eher ärmliche Wohngegend zeigt.

Einem „Geheimnis“ um die erfolgreiche Geschäftsfrau ist die Journalistin auf der Spur, das sie bis zum Ende verfolgen will. Eva Weissenböck als neugierige Reporterin setzt der eher misstrauischen Geschäftsfrau immer mehr zu. Faszinierend ist dieser „Zweikampf“ der beiden Frauen, die beide ihre Finten und Volten kennen und auch anwenden. Aber ebenso zeigen sich Schwächen und Verletzungen. Was war damals mit dem jungen Mann, in den Evelyn wohl verliebt war? Was ist wirklich geschehen?

Beide Frauen greifen skrupellos zu Lügen, Tricks und Täuschungen, um die Oberhand zu behalten. Sie kommen sich sehr nahe, doch diese Nähe ist gefährlich. Am packenden Schluss steht ein unerbittlicher Kampf, obwohl sie sich immer ähnlicher geworden sind. Ein Spiel mit Worten, Macht und Emotionen, fesselnd und ohne Längen auf die Bühne gebracht. Viel Applaus vom begeisterten Publikum.

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