Vorzüglich hörbar: Kammerkonzert wird wiederholt

Von: Pedro Obiera
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Aachen. Schön, dass die Musiker des Aachener Sinfonieorchesters ihr 1. Kammerkonzert in der frisch angelaufenen Saison mit einem besonderen Leckerbissen krönten.

Mozarts Klavierquintett in Es-Dur KV 452 in der originalen Besetzung für vier Bläser und Klavier anstatt in der üblichen und leichter zu besetzenden Streicherversion. Schade, dass es der verdienstvollen Interpretation an der nötigen Leichtigkeit, Flexibilität und inneren Spannung fehlte.

Etwas schwerfällig

Der Klang geriet zu massiv und das Spiel wirkte recht schwerfällig. Die Balanceprobleme zwischen Klavier und Bläsern, denen sich bereits Mozart bewusst war, wiegen angesichts des modernen Blasinstrumentariums heute zwar geringer. Allerdings verführt ein moderner Flügel die Partner stets zu forciertem Spiel.

Im ersten Teil des Kammerkonzerts standen drei Raritäten auf dem Programm, die man als „Gelegenheitswerke“ bezeichnen kann, ohne sie abwerten zu dürfen. Dvoáks Terzett in D-Dur op. 74 für zwei Violinen und Viola stellt hohe gestalterische Ansprüche an die Musiker. Da hätte man sich von Julia Prinsen-Feneberg, Vassili Voronin (Violine) und Martin Smýkal (Viola) schon eine zusätzliche Prise an klanglicher Differenzierung wünschen können.

Eröffnet wurde der Abend mit der Ouvertüre über hebräische Themen op. 34, die Sergej Prokofieff jüdischen Freunden in Amerika zueignete. Das Klezmer-Aroma und der spezifische Tonfall Prokofieffs wurden gut getroffen. Und einen – wenn auch ganz kleinen – Vorgeschmack auf die große Produktion von Philippe Boesmans Oper „Au monde“ gab es mit dessen „Ornamented Zone“ für Klarinette, Viola, Violoncello und Klavier. Die feinen Verästelungen der Tongirlanden und Klangkaskaden wurden in der Tat vorzüglich hörbar.

Das Konzert hatte inmitten der Herbstferien nicht ganz so viele Zuschauer angelockt wie gewohnt. Und die Musiker hätten es verdient, wenn man sie namentlich den einzelnen Werken zuordnen würde. Freundlicher bis begeisterter Beifall für ein Kammerkonzert mit einigen Schwächen, aber vielen Überraschungen.

Das 1. Kammerkonzert wird am Montagabend um 20 Uhr im Spiegelfoyer des Aachener Theaters wiederholt.

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