Vorhang auf für viel Vergnügen beim „Zirkus Furioso“

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Zauberhaft: Elke Borkenstein, Markus Weickert und der Kinderchor des Theaters Aachen im „Zirkus Furioso“. Foto: Ludwig Koerfer

Aachen. Die erste Kicher-Attacke stellt sich bereits bei der ersten Nummer ein: Die Zirkuspferde Dschingis Khan und Kublai Khan wickeln den Dummen August mit ihrer arroganten Art derart ein, dass am Ende der Clown über das Hindernis springt.

Zirkusdirektorin Leonie Pimpelmoser (Elke Borkenstein) ist die Unfähigkeit ihrer Artisten natürlich gar nicht recht, sogar ihre Assistentin ist verschwunden. Es zeigt sich: Perfektion kann man beim „Zirkus Furioso“ lange suchen, beste Unterhaltung findet man hingegen schnell. Gut, dass wenigstens August (Markus Weickert) parat steht, um zu retten, was zu retten ist. So geht die Show irgendwie über die Bühne in der Kammer des Theaters Aachen– und lässt Groß und Klein immer aufs Neue rätseln, was als nächstes schief gehen würde.

In Peter Schindlers Musiktheater-Produktion spielte vor allem der Kinderchor des Theaters die Hauptrolle. Unter der Leitung von Chordirektor Andreas Klippert singt er nicht nur alle zirkusbeschwingten Lieder, sondern übernimmt auch fast alle Rollen – vom schlafgestörten Fakir über den Bärendompteur Grizzly Grozzlicek bis zum tanzenden Elefanten Chico. Mit Borkenstein und Weickert agieren sie auf Augenhöhe. Na klar, die Profis wollen ihnen nicht die Show stehlen, obwohl sie natürlich mehr Bühnenpräsenz mitbringen.

Dass auch bei den Jüngsten im Publikum die Aufmerksamkeit über mehr als eine Stunde hoch bleibt, ist vor allem der Inszenierung von Mazdak Tavassoli zu verdanken. Detlev Beaujean hat in die kleine Kammer eine Bühne gebaut, die ganz nah am Publikum ist und auf der etwa 40 Personen gleichzeitig spielen können. Die Kostüme von Sarah Antonia Rung sind in ein entzückend frühlingshaftes Pastell getaucht. Die Mitglieder des Sinfonieorchesters versuchen den Spagat zwischen schwungvollem Spiel als Zirkusband und dezibelschwacher Zurückhaltung. Trotzdem übertönen sie die zarten Kinderstimmen manchmal.

Fazit: Schön, dass das Theater Aachen so viel Mühe und Wertschätzung für den Nachwuchs aufbringt – allemal, wenn eine derart zauberhafte Aufführung dabei herauskommt.

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