Von Künstlern für Künstler: „Große” mit 300 Werken

Von: dpa
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„Drei Soldatenkreuze und ein Großes” heißt das Kunstwerk von Felix Droese, das am Freitag in Düsseldorf im museum kunst palast steht. Mit fast 110 Jahren Geschichte ist sie die älteste von Künstlern für Künstler organisierte Kunstschau Deutschlands: Die „Große Kunstausstellung” in Düsseldorf zeigt ab Samstag rund 300 Arbeiten aller Sparten. Foto: dpa

Düsseldorf. Mit fast 110 Jahren Geschichte ist sie die älteste von Künstlern für Künstler organisierte Kunstschau Deutschlands: Die „Große Kunstausstellung” in Düsseldorf zeigt ab Samstag rund 300 Arbeiten aller Sparten.

Bis zum 14. März sind im „museum kunst palast” der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt die Werke der knapp 160 Maler, Bildhauer, Grafiker, Fotografen und Videokünstler zu besichtigen und zu Preisen zwischen einigen hundert und mehreren tausend Euro auch zu kaufen, teilten die Organisatoren am Freitag mit. Um die Teilnahme an der traditionsreichen Präsentation hatten sich rund 680 überwiegend in NRW tätige Künstler beworben.

Den mit der „Großen” verbundenen „Kunstpreis der Künstler” (5000 Euro) erhält in diesem Jahr der Maler Hermann Josef Kuhna (65). Ihn würdigt die Ausstellung mit einem Extra-Raum seiner pointillistischen Kompositionen aus kleinteiligen Farbtupfern, die fern an van Goghs wogende Weizenfelder oder windgezauste Olivenbäume erinnern.

Der Förderpreis (2500 Euro) geht an die Düsseldorfer Aquarellistin und Bildhauerin Flora Hitzing, Meisterschülerin an der Düsseldorfer Kunstakademie in der Klasse Tony Cragg.

Konzentriert macht die alljährliche „Große” mit dem aktuellen Kunstgeschehen bekannt, das sich zwischen figurativer Malerei, konstruktivistischer Skulptur und dokumentarisch-künstlerischem Foto erstreckt. Hier erinnert die Arbeits-Szene, die der namhafte Künstler-Porträtist Benjamin Katz in einer Gießerei aufgenommen hat, an frühe Industrie-Bilder im Sinne Menzels. Nahezu magisch die Nachtaufnahmen verwildert-zugewachsener Verkehrsinseln, die Jörg Holtkamp fotografisch festgehalten hat.

Geometrisch karg besetzt Peter Schwickeraths Bodenskulptur aus Edelstahl-Faltungen den Ausstellungsraum, den ein riesiges Rollbild schwungvoller Farbkreise von Sandra Gabel belebt. Auf die Lebendigkeit der Farbe setzt auch Jan Kolata mit zwei abstrakten Großformaten während sich das gemalte „Rasenstück” Bernd Finkeldeis perspektivisch gewagt in den Bildhintergrund erstreckt.

Den Himmel auf Erden holt Ulrike Arnold, die echten Meteoritenstaub wolkig auf ihre Leinwände bringt. Der Bildhauer Tom Kösel nennt seinen Ausstellungsbeitrag ironisch „Begleitbeton”: Seine von kantigem Betonpanzer umhüllten schweren „Spazierstöcke” können nur auf Rollen bewegt werden und sollen nach den Künstlers Worten „der allgemeinen Beschleunigung entgegenwirken”.

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