Von der Schirmfabrik zum Forum

Von: eho
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Er gestaltete eine Dauerausste
Er gestaltete eine Dauerausstellung zur Geschichte der Aachener Schirmfabrik Brauer und des Ludwig Forums mit Originaldokumenten: der gebürtige Aachener Künstler Lars Breuer. Foto: Harald Krömer

Aachen. Elizabeth II. trägt bei ihrem Staatsbesuch in Nigeria ausgerechnet eine Insignie der Aachener Indus-triegeschichte über ihrem Kopf: einen Parapluie aus der Schirmfabrik Emil Brauer - ein außerordentlich putziges Prachtstück, mit Troddeln an den Seiten und einem Elefäntchen obendrauf.

Das dokumentarische Abbild der Szene, ein koloriertes großes Foto, gehört zu einer ersten Dauerausstellung über die Geschichte des Aachener Ludwig Forums und dessen Vorgeschichte als Schirmfabrik. Die Räume im ersten Obergeschoss des Hauses über dem Restaurant konzipiert hat der gebürtige Aachener Künstler Lars Breuer. Diese Schau wird am Freitag, 21. Oktober, zeitgleich mit der Ausstellung "Nie wieder störungsfrei! Aachen Avantgarde seit 1964" eröffnet.
Alles begann im Jahr 1928 mit der Eröffnung des von Josef Bachmann entworfenen Fabrikgebäudes - damals noch am Rande der Prärie im Aachener Norden, wie die wandfüllende Reproduktion einer Schwarzweiß-Aufnahme aus der Vogelperspektive beweist.

In einer "Gemütlichen Ecke" (Breuer) erzählen ein Originalmodell des Gebäudes, mit dem die Firma Brauer auf Industriemessen ihr entwickeltes Produktionspotenzial demonstrierte, ein Originalgemälde von Emil Brauer, Familienfotos und eine Aufnahme von der Trauerfeier in der Fabrikationshalle, wo Brauer offensichtlich aufgebahrt war, ein wenig aus der Geschichte der Schirmfabrik.

Bernhard Heisigs Porträt von Irene und Peter Ludwig sowie aufschlussreiche Presseartikel aus dem Jahr 1991 leiten über zu den mittlerweile 20 Jahren Ludwig Forum. Eine ganze Wand voller Plakate erinnern an die kaum noch zu zählenden Ausstellungsprojekte des Forums.

Herzstück der historischen Präsentation ist eine Ledersofa-bestückte kleine Bibliothek, eigens von Lars Breuer nach dem architektonischen Vorbild des Gebäudes gestaltet. Die eigentümliche und typische Fensterrasterung wird wieder aufgenommen in den Formen der Bücherregale. Möbel und andere Ausstattungsstücke stammen noch aus dem Gründungsjahr des Ludwig Forums. Eine ganze Wand lässt mit Fotografien noch einmal den 1988 begonnenen umfangreichen Umbau der Fabrik nach den Entwürfen des Aachener Architekten Fritz Eller Revue passieren.

"Esprit Historique/Zero History" benennt Breuer seine Ausstellung in Abwandlung eines Mottos des Bauhaus-Architekten Le Corbusier, das die Kraft der Geschichte einerseits beschwört, andererseits erinnert an die deutsche Nachkriegsmoderne. Deren Bevorzugung von silbrig-spiegelnden Oberflächen greift Lars Breuer in seiner Bemalung der oberen Loggia auf, die nun weitaus einladender und reizvoller gestaltet ist als ehedem. Das Projekt wurde gefördert von der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West.

Eröffnung amFreitag, 21. Oktober

Dauerausstellung zur Geschichte des Ludwig Forums und der Schirmfabrik „Esprit Historique/Zero History”.

Eröffnung: Freitag, 21. Oktober, 20 Uhr.

Geöffnet: Di., Mi., Fr. 12-18 Uhr; Do. 12-22 Uhr; Sa., So. 11-18 Uhr.

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