Aachen - Von der Gregorianik bis zum Jazz

Von der Gregorianik bis zum Jazz

Von: Pedro Obiera
Letzte Aktualisierung:
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Festliche Stimmung im Dom: Das diesjährige Benefizkonzert „Te Deum” bot geistliche Musik in höchster Perfektion. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Das alljährliche Benefiz-Konzert zur Erhaltung des Aachener Doms gehört seit 1986 zur festen Tradition des hiesigen Musiklebens. Für das mittlerweile 24. Konzert dieser Art stellte Steffen Schreyer ein besonders anspruchsvolles und hochwertiges Programm zusammen, das allen Mitwirkenden und dem zahlreichen Publikum hohe Konzentration abverlangte.

Schreyer, einst verdienstvoller Professor am St. Gregorius-Haus, brachte zwei von ihm gegründete und erfolgreich geführte Gesangsensembles und, besonders erfreulich, auch den erhaltenen Kinderchor St. Gregorius mit, unterstützt vom Orchester der Kölner Kammermusiker.

Die Europäischen Vokalsolisten und der Slowenische Kammerchor sind professionelle Ensembles mit einer ausgesprochen hohen Gesangskultur. Lupenreine Intonation, makellose Textverständlichkeit, ausgefeilte dynamische Feinarbeit, erlesene Klangschönheit und eine wache Phrasierung ließen den zweistündigen Abend im gut besuchten Dom zu einem beinahe ungetrübten Genuss werden.

Te-Deum-Kompositionen

Zwei große Te-Deum-Kompositionen von denkbar gegensätzlicher Machart rahmten das Programm ein. Zunächst Arvo Pärts nach innen gerichtete Vertonung aus dem Jahr 1986, die in ihrer asketischen Strenge deutlich an der Gregorianik ausgerichtet ist und bei der jede Textzeile neu und originell koloriert wird. Von handfesterer Konsistenz ist das rund 100 Jahre alte Te Deum des hierzulande völlig unbekannten schwedischen Organisten Otto Olsson, das durch seine Frische und schlichte Musikalität gefällt, am Schluss jedoch etwas abfällt.

Hier machten sich am Ende des Konzerts allerdings auch einige Ermüdungserscheinungen bei den Interpreten bemerkbar, so dass Schreyer in zähe Tempi verfiel und die Spannung, die das Konzert bisher durchzog, nicht bis in den letzten Takt aufrechterhalten konnte. Dazwischen gab es A-Cappella-Gesänge aus dem 20. Jahrhundert zu hören.

Die experimentierfreudige skandinavische Chormusik war mit Arbeiten von Sven-David Sandström und Thomas Jennefelt vertreten. Heinz Werner Zimmermann trat mit der Uraufführung seines „Ave Maria” in Erscheinung, eine mit pfiffigen Jazz-Elementen und einem Walking Bass durchsetzte antiphonale Arbeit, in der der Text doppelchörig auf Latein und deutsch erklingt.

Ein Sonderlob verdient der Kinderchor St. Gregorius für seine erfrischend helle Interpretation von Giuseppe Verdis intonatorisch delikatem „Ave Maria”.
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