Von BAP über Max Mutzke bis hin zu Matthias Brandt

Von: kin/gei/sj/mabie/hpl/eho
Letzte Aktualisierung:
12326362.jpg
Des Lebens bunte Fülle: Rocko Schamoni in Eschweiler, BAP in Düren, Max Mutzke auf Burg Wilhelmstein, Matthias Brandt und Jens Thomas in Aachen, Drummer Simon Phillips mit Band auf Burg Wilhelmstein und Stephanie Lottermoser mit Band bei den Dürener Jazztagen im Leopold-Hoesch-Museum. Fotos: Dagmar Meyer-Roeger, Markus Bienwald, Andreas Schmitter, Sandra Kinkel, Stephan Johnen
12326360.jpg
Des Lebens bunte Fülle: Rocko Schamoni in Eschweiler, BAP in Düren, Max Mutzke auf Burg Wilhelmstein, Matthias Brandt und Jens Thomas in Aachen, Drummer Simon Phillips mit Band auf Burg Wilhelmstein und Stephanie Lottermoser mit Band bei den Dürener Jazztagen im Leopold-Hoesch-Museum. Fotos: Dagmar Meyer-Roeger, Markus Bienwald, Andreas Schmitter, Sandra Kinkel, Stephan Johnen
12326359.jpg
Des Lebens bunte Fülle: Rocko Schamoni in Eschweiler, BAP in Düren, Max Mutzke auf Burg Wilhelmstein, Matthias Brandt und Jens Thomas in Aachen, Drummer Simon Phillips mit Band auf Burg Wilhelmstein und Stephanie Lottermoser mit Band bei den Dürener Jazztagen im Leopold-Hoesch-Museum. Fotos: Dagmar Meyer-Roeger, Markus Bienwald, Andreas Schmitter, Sandra Kinkel, Stephan Johnen
12325922.jpg
Des Lebens bunte Fülle: Rocko Schamoni in Eschweiler, BAP in Düren, Max Mutzke auf Burg Wilhelmstein, Matthias Brandt und Jens Thomas in Aachen, Drummer Simon Phillips mit Band auf Burg Wilhelmstein und Stephanie Lottermoser mit Band bei den Dürener Jazztagen im Leopold-Hoesch-Museum. Fotos: Dagmar Meyer-Roeger, Markus Bienwald, Andreas Schmitter, Sandra Kinkel, Stephan Johnen
12326351.jpg
Des Lebens bunte Fülle: Rocko Schamoni in Eschweiler, BAP in Düren, Max Mutzke auf Burg Wilhelmstein, Matthias Brandt und Jens Thomas in Aachen, Drummer Simon Phillips mit Band auf Burg Wilhelmstein und Stephanie Lottermoser mit Band bei den Dürener Jazztagen im Leopold-Hoesch-Museum. Fotos: Dagmar Meyer-Roeger, Markus Bienwald, Andreas Schmitter, Sandra Kinkel, Stephan Johnen
12326356.jpg
Des Lebens bunte Fülle: Rocko Schamoni in Eschweiler, BAP in Düren, Max Mutzke auf Burg Wilhelmstein, Matthias Brandt und Jens Thomas in Aachen, Drummer Simon Phillips mit Band auf Burg Wilhelmstein und Stephanie Lottermoser mit Band bei den Dürener Jazztagen im Leopold-Hoesch-Museum. Fotos: Dagmar Meyer-Roeger, Markus Bienwald, Andreas Schmitter, Sandra Kinkel, Stephan Johnen
12326347.jpg
Des Lebens bunte Fülle: Rocko Schamoni in Eschweiler, BAP in Düren, Max Mutzke auf Burg Wilhelmstein, Matthias Brandt und Jens Thomas in Aachen, Drummer Simon Phillips mit Band auf Burg Wilhelmstein und Stephanie Lottermoser mit Band bei den Dürener Jazztagen im Leopold-Hoesch-Museum. Fotos: Dagmar Meyer-Roeger, Markus Bienwald, Andreas Schmitter, Sandra Kinkel, Stephan Johnen

Aachen. Wenn die reichlich strapazierte Floskel von der „Qual der Wahl“ mal ihre Berechtigung hat, dann am vergangenen Wochenende. Neben dem großen Fest rund um den Aachener Dom, dem „Tag der Neugier“ am Jülicher Forschungszentrum oder Stadtfesten etwa in Stolberg und Heinsberg gab es auch jede Menge Konzerte, Lesungen und Theateraufführungen.

Ein Streifzug durch die Region – selbstverständlich ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit.

BAP in Düren: Es war ein Geburtstagsfest nach Maß: In der restlos ausverkauften Arena Kreis Düren feierte die Kölner Kultband um Frontmann Wolfgang Niedecken das 40-jährige Bestehen der Gruppe. Und mehr als 2000 Fans erlebten über drei Stunden lang handgemachte Musik vom Allerfeinsten, fetzigen Rock genauso wie einfühlsame und gefühlvolle Balladen. Sie sangen mit, feierten und tanzten. BAP und Niedecken stehen längst nicht nur für Köln und das Rheinland. Auch 40 Jahre nach ihrer Gründung ist die Band mit vielen sozialkritischen Texten immer noch total aktuell. Niedecken gab auch so manche Anekdote aus der langen Bandgeschichte zum Besten. Den Fans in Düren hat es gefallen – der Applaus und die Forderung nach Zugaben wollten nicht enden. Wer es verpasst hat: Am 29. August sind BAP und Niedecken bei den Aachener Kurpark Classix zu Gast.

Max Mutzke auf Burg Wilhelmstein: Den Vortritt überließ der Star des Abends noch seiner bewährten Tourband Monopunk, doch dann kam Max Mutzke umstandslos zur Sache: Keine zwei Minuten stand er auf der Bühne, schon rockte er den Laden. Sitzen ist langweilig, dachte sich das Publikum auf der nahezu ausverkauften Burg Wilhelmstein, das dank Mutzkes Songauswahl gut zweieinhalb Stunden lang durch einen prächtigen Abend tanzen konnte. Der vielseitige Künstler mit der großen Soulstimme hatte für seinen Auftritt auf der Freilichtbühne die eher schmusigen Stücke aussortiert und stattdessen auf jazzig Rockiges gesetzt. Näher konnte er dem Publikum kaum kommen, das ihn nicht nur bei „Charlotte“ und „Welt hinter Glas“ dankbar begleitete. „Besser kann‘s nicht werden, so sollte die Stimmung eigentlich erst am Schluss sein“, befand Mutzke mittendrin. Zum Glück hatte er da noch einiges in petto – bis hin zur Zugabe mit einer kaum wiederzuerkennenden Version von „Can‘t wait until Tonight“. Laut, schnell, krachig und nichts für sanfte Gemüter. Ein bärenstarkes Konzert. Mutzkes dritter Besuch auf Burg Wilhelmstein soll nicht der letzte gewesen sein.

Jazztage in Düren: So viel Andrang herrscht sonst ab 22 Uhr nur selten im Dürener Leopold-Hoesch-Museum. Doch bei der Kneipentour der Dürener Jazztage, wenn an elf Stellen der Stadt gefeiert wird, ticken die Uhren etwas anders. Um am Samstagabend Stephanie Lottermoser zu hören, wurde es ganz schön kuschelig im Museumsbistro. Vor der Tür bildeten sich Schlangen, hinter der Tür – aber bei offenen Fenstern – bewies die Münchnerin, warum sie zu den gefeierten jungen Jazzmusikern gehört. Für ihr Gastspiel bei den 26. Dürener Jazztagen hatte sie Eindrücke aus der Pariser Jazzszene an die Rur gebracht – das kam gut an. Mit Ola Onabulé aus London war zuvor auf dem Kaiserplatz auch die „Stimme Englands“ auf gute Resonanz. Mit gefühlvollen Soul-Balladen, groovenden Funknummern und einer Stimme, die gleichsam an Seal und Stevie Wonder erinnert, überzeugte der gebürtige Nigerianer sein Publikum. Wie in den vergangenen Jahren gab es bei den Jazztagen eine große Bandbreite an Musik- und Veranstaltungsformen. Einer der Höhepunkte des Festivals war zweifelsohne das Abschlusskonzert von Jazz-Legende Dusko Goykovich am Sonntagabend in der Christuskirche – fulminant.

Rocko Schamoni in Eschweiler: Wer die Gabe besitzt, die Menschheit mit einem Halbsatz an den Rand des verzweifelten Lachens zu bringen, und die Fähigkeit, aus nahezu vergessenen Songs einen derartig unterhaltsamen Cocktail zu mixen, der hat sich den Beinamen „King“ redlich verdient. Rocko Schamoni nennt sich so, der Hamburger Kultmusiker und -autor begeisterte seine Fans im Rahmen des Kulturfestivals der Städteregion im Eschweiler Talbahnhof. Schamoni legte mit Unterstützung seines Gitarristen Tex Matthias Strzoda übrigens satte 40 Minuten Zugabe drauf. Das Ganze war eine perfekte und immer amüsante Mischung aus Lesung und Konzert – inklusive einer schonungslosen Betrachtung einer deutschen Öffentlichkeit, die Schamoni mehr oder weniger dem „Untergang geweiht“ sieht. Aber man muss ja nicht alles so bierernst nehmen.

Simon Phillips auf Burg Wilhelmstein: Jazzrock oder Rockjazz? Eine eher akademische Frage angesichts dessen, was Simon Phillips und seine Band auf der Freilichtbühne abgeliefert haben. Der 59-jährige Drummer hat längst die Pfade des Mainstreams verlassen und sich komplett auf Fusion eingelassen. Jene Musikrichtung, die Jazzern den Weg zum Rock ebnet und Rockern den Zugang zum Jazz ermöglicht. Mit Andy Timmons (Gitarre), Ernest Tibbs (Bass) und Steve Weingart (Keyboards) lieferte Phillips vor maximal halbvollen Rängen eine begeisternde Performance ab. Natürlich stand der Drummer mit seiner beeindruckenden Batterie an Trommeln und Becken im Mittelpunkt. Die dient ihm aber keineswegs zur wirbelnden Selbstdarstellung, Phillips hat aus seinem Rhythmus- schon lange auch ein Klanginstrument gemacht. Die Band ist eine homogene Einheit brillanter Musiker – und doch stach Andy Timmons hervor. Der Amerikaner versteht es wie kaum jemand, die spielerische Leichtigkeit und Präzision der Jazzgitarre in die Rockmusik einfließen zu lassen. Die knapp zwei Stunden gerieten zum musikalischen Hochgenuss dank einer Band, die gewiss ein ausverkauftes Haus verdient gehabt hätte.

Matthias Brandt und Jens Thomas in Aachen: Jäh zerreißt ein Schrei die Stille – alles fährt zusammen. Aber diesmal ist es nicht Norman Bates wie letztes Jahr im Alsdorfer Energeticon, als der Schauspieler Matthias Brandt und der Pianist und Stimmkünstler Jens Thomas eine atemberaubende Performance nach Alfred Hitchcocks „Psycho“ präsentierten. Diesmal sind es „Die Vögel“, die das Duo – wiederum im Rahmen des Kulturfestivals der Städteregion Aachen – in der Aachener Citykirche nervenzerreißend zelebriert – mit Text, Klängen, schrillen Dissonanzen, Gesang, Schauspiel und Percussion auf dem Flügel. Die Vorlage für den Filmstoff – Daphne du Mauriers Kurzgeschichte von 1952, etwas „modernisiert“ – haben Brandt und Thomas in eine Wort-Musik-Collage gefasst. Die entfesselte Natur in Gestalt blutrünstiger Vögel und die gequälte Psyche des Protagonisten Robert – durch Laute, Klänge, täuschend echte Geräusche des mörderischen Flatterviehs, Worte und Gesten fügen sie sich im Kopfkino des Zuhörers zu einem betäubend spannenden Thriller. In Roberts Traum fliegt auch noch Edgar Allen Poes Rabe „Nimmermehr“ im gleichnamigen Gedicht herein – bis der Beatles-Song „Blackbird“ erklingt. Robert: „Sie kommen ...“ Standing Ovations, eine Zugabe.

Übrigens: Am Sonntagabend standen dann noch das letzte Konzert der Accordate-Saison im Aachener Rathaus und die Premiere von Bedich Smetanas Oper „Die verkaufte Braut“ im Theater Aachen auf dem Programm.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert