Aachen - Vokale Klangwunder bei der Chorbiennale

Vokale Klangwunder bei der Chorbiennale

Von: Pedro Obiera
Letzte Aktualisierung:
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Exzellente Klangkultur: der Aachener Chor Carmina Mundi beim Konzert im Rahmen der Chorbiennale. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Mit dem Aachener Kammerchor Carmina Mundi und dem Choeur de chambre Mikrokosmos aus Vierzon setzten zwei traditionsreiche Ensembles die Aachener Chorbiennale in der voll besetzten Aula Carolina fort, die nicht zuletzt durch ihre innovativen Programme und ihr individuelles Klangprofil überregionales Ansehen gewinnen konnten.

Die französischen Gäste unter der Leitung von Loïc Pierre begeisterten mit einem hellen, eleganten Klangbild. Die geradezu elastische Flexibilität des Gesangsstils schlägt sich auch in der Bewegungsfreude der Sänger nieder, die ihren Auftritt mit dezenten Show-Qualitäten als dramaturgisch durchstrukturierte Einheit präsentierten.

Das erschwerte zwar die Orientierung, da selbst bekanntere Stücke wie Gesänge aus Francis Poulencs „Figure Humaine“ und erst recht einige „Lyrische Stücke“ von Edvard Grieg in teilweise gewagt neuen und verfremdeten Arrangements erklangen. Doch wenn man sich den raffiniert ausgeleuchteten vokalen Klangwundern des Chors hingab, konnte man sich bedingungslos an dem blitzsauber intonierten, transparenten und ebenso lebendigen wie federleicht dahinperlenden Klang erfreuen.

Allerdings hätten einige Informationen zu den Werken von Gjermund Larsen, Veljo Torsen oder Gjendine Slålien das Vergnügen noch erhöhen können. Das erübrigte sich bei den Beiträgen des Aachener Initiativchors Carmina Mundi, der ein nicht minder originelles Programm vorstellte, dessen Texte im Programmblatt nachgelesen werden konnten. Auch hier standen vor allem Werke skandinavischer Zeitgenossen auf dem Programm, die der Leidenschaft von Chorleiter Harald Nickoll für besondere Klangphänomene entgegenkommen, so dass sich in den überwiegend introvertierten Gesängen die exzellente Klangkultur des Chors studieren ließ. Und dezent, aber nicht minder eindrücklich schlossen die Aachener ihren Block mit Brittens Vertonung des 1938 entstandenen Friedensappells von Randall Swingler „Advance Democracy“ (Fördert die Demokratie) ab.

Ein Abend mit hohem Innovationswert und ebenso hohem vokalen Niveau, das zum Markenzeichen der Aachener Chorbiennale geworden ist. Die Standing Ovations waren für beide Chöre mehr als verdient.

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