Viel Beifall beim Aachener Kammerkonzert

Von: Pedro Obiera
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Aachen. Mit einer rundum geschlossenen und inspirierten Interpretation von Brahms‘ reifem Klarinettenquintett fand das 4. Kammerkonzert im nahezu voll besetzten Spiegelfoyer des Aachener Theaters einen glücklichen Abschluss.

Koko Endo und Ulrike Fröhlich (Violine), Martin Smýkal (Viola) und Claudius Wettstein (Violoncello) bereiteten dem Aachener Solo-Klarinettisten David Kindt einen warmen, klanglich ausgewogenen und blitzsauber intonierten Nährboden, um die abgeklärten Kantilenen des kostbaren Werks ohne übermäßigen Krafteinsatz ausschwingen lassen zu können.

Zuvor ließ ein Stück für Solo-Flöte des italienischen Zeitgenossen Salvatore Sciarrino aufhorchen, dessen Oper „Superflumina“ im letzten Jahr im Theater zu erleben war. Auch der neunminütige Flötenmonolog „All’aure in una lontananza“ bewegt sich am Scheitelpunkt von Stille und gerade noch wahrnehmbarem Klang. Matthias Schmidt griff für das Werk zu einer Bassflöte und präsentierte die zarten, fein differenzierten Klänge mit Können und spürbarem Engagement.

Den Auftakt bildete, rechtzeitig zum 150. Geburtstag des Meisters, das 2. Streichquartett in A-Dur des 16-jährigen Richard Strauss. Eine brillante Talentprobe auf den Spuren Mozarts und Mendelssohns, die gleichwohl schon den Willen nach einer eigenen Handschrift erkennen lässt.

Interessant, dass Richard Strauss einer der ganz wenigen Komponisten seiner Generation gewesen ist, der sich in seinem kammermusikalischen Schaffen nicht im Geringsten von Johannes Brahms beeinflussen ließ. Entsprechend charmant, leichtfüßig und transparent müsste es klingen. Das gelang dem Aachener Quartett freilich nur bedingt. Es ertönte durchweg zu dick und schwer und in der zugegeben sehr schwierigen Primstimme nicht immer sauber.

Viel Beifall für ein wie immer interessant zusammengestelltes Programm. Das Konzert wird am Montagabend um 20 Uhr im Spiegelfoyer des Theaters wiederholt.

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