Vernissage im Eurogress: Janosch und der verhasste Rummel

Von: vm
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Janosch vor seiner Lieblingszeichnung, dem schlittschuhlaufenden Bären für die Olympischen Spiele in München 1972. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Gelassen hat Janosch alias Horst Eckert den Rummel um seine Person bei der Vernissage zur Janosch-Ausstellung im Aachener Eurogress über sich ergehen lassen. Lästig schienen ihm manche Fragen der Journalisten, aber es schien ihm auch diebische Freude zu bereiten, sie einsilbig zu parieren.

„Was bedeutet Ihnen diese Ausstellung?” „Nichts.” Und: „Gibt es religiöse Bezüge in ihren Bildern?” „Das sehen Sie doch! Überall!” Dann lächelte er, es blitzte kurz in seinen Augen auf. Er gefiel sich in der Rolle des Eigenbrödlers, der sein Werk angeblich nur als „Arbeit, die getan werden muss” sieht. Die Haare grau und zerzaust, der dichte Schnäuzer, so kennt man ihn.

Aber auch andere Töne schlug er an, im Gespräch mit unserer Zeitung. Kürzlich sei er noch einmal an seinem Geburtsort - Hindenburg (heute Zabrze) - gewesen. Obwohl er schlecht zu Fuß sei. „Weil ich ja nicht mehr lange hier bin”, sagte er. Wenn er von dem Besuch spricht, schaut er in die Ferne, stüttelt den Kopf. „Das ist nicht mehr dasselbe. Alles ist abgerissen, zerstört, verfault.”

Nicht nur das Reisen strenge ihn an. „Früher hatte ich das beste Gedächtnis”, sagte er auf die Frage, welche Figur ihm am meisten ähnelte. „Die hatte nichts Niedliches, sondern ist gemein”, grübelte er über den Namen. Alzheimer. Er sei in Wirklichkeit gar nicht so nett, verstelle sich nur. Dann reichte es ihm auch. Essen gehen wolle er jetzt, bevor die Ausstellung offiziell eröffnet wird.

Die Ausstellung ist bis zum 23. August (täglich 10 bis 19 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr) zu sehen.
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