Düsseldorf - Unbekannter Norden: Finnische Jahrhundertwende-Malerei in Düsseldorf

Unbekannter Norden: Finnische Jahrhundertwende-Malerei in Düsseldorf

Von: dpa
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Eine Frau steht im Museum Kunstpalast in Düsseldorf vor dem Bild „Lemminkäinens Mutter” des finnischen Malers Akseli Gallen-Kallela. Foto: dpa

Düsseldorf. Malerei aus den nordischen Ländern um die Jahrhundertwende ist abgesehen vom berühmten Norweger Edvard Munch hierzulande nicht sehr bekannt. Erstmals ist in Deutschland jetzt eine Ausstellung des bedeutendsten finnischen Künstlers der frühen Moderne, Akseli Gallen-Kallela (1865-1931), zu sehen.

Rund 70 Gemälde sowie Möbel und Textilkunst werden von diesem Samstag bis zum 9. September im Museum Kunstpalast in Düsseldorf gezeigt. „Überirdisch nordisch. Akseli Gallen-Kallela. Finnland im Geist der Moderne” heißt die Ausstellung, die in Kooperation mit dem Musée dOrsay in Paris und dem Helsinki Art Museum entstand und in Düsseldorf die dritte Station macht.

Kallela ist in seinen Mythen- und Landschaftsbildern dem Naturalismus und Symbolismus verpflichtet. Der Expressionismus des frühen 20. Jahrhunderts beeinflusste ihn ebenfalls, obwohl er sich ihm eigentlich verweigern wollte.

Eine starke Heimatverbundenheit zeigt sich in den Werken Gallen-Kallelas, der zugleich ein Kosmopolit war, in Paris studierte und Berlin liebte. Er malte die herbe karelische Landschaft mit verschneiten Felsen und Wäldern auf eine mystische Weise, so dass der weiße Schnee watteweich und warm wirkt und Wasserfälle wie Diamantenregen glitzern. Aber auch ärmliches Bauernleben, Familienszenen und provozierende Akte wie die herausfordernd blickende androgyne Frau in seinem von Monets „Olympia” beeinflussten Bild „Démasquée” (1888) gehören zu Gallen-Kallelas Motiven. In ihrem Realismus wirken die Bilder oft wie Fotografien.

Das Altarbild „Ad Astra” mit dem biblisch-mythischen Auferstehungsmotiv einer nackten Frau, deren rote Haare den Kopf wie eine Sonne umkränzen, steht ganz in der Tradition des Symbolismus. Gallen-Kallela schnitzte die Altarflügel selbst - ebenso wie den kunstvollen Rahmen zu seinem rätselhaften Gemälde „Symposium”, auf dem er selbst und Zeitgenossen wie der finnische Komponist Jean Sibelius zu sehen sind.

Bis zu seinem Tod setzte sich Gallen-Kallela künstlerisch mit dem finnischen Nationalepos Kalevala auseinander, der Überlieferung finnischer Gesänge. Zeitweise stellte er seine Kunst in den Dienst der finnischen Nationalbewegung und kämpfte 1918 im finnischen Bürgerkrieg.

Gallen-Kallela war zeitweise Mitglied der Dresdner Künstlervereinigung „Die Brücke”. Letztlich aber hielt er trotz seiner vielfältigen Kontakte Distanz zu den Strömungen der Avantgarde. Zwar zeugen seine um 1909 entstandenen Afrika-Bilder in leuchtenden Orange- und Blautönen von einem befreiten Umgang mit Farben. „Aber er konnte sich mit der Moderne nicht anfreunden”, sagt Kuratorin Barbara Til.

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