Köln - Umjubeltes Konzert: Fanta 4 in der Kölner Arena

Umjubeltes Konzert: Fanta 4 in der Kölner Arena

Von: Susanne Schramm
Letzte Aktualisierung:
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Sie entfachten ein wahres HipHop-Feuerwerk vor rund 10000 Fans in der Kölner Lanxess-Arena: Die Fantastischen Vier. Foto: Thomas Brill

Köln. Aus Kindern werden Leute. Und aus HipHoppern, die vor mehr als 20 Jahren vor einer Handvoll Leute im Kölner „Underground” auftraten, Mega-Stars, die in der Lanxess-Arena 10.000 Fans begeistern.

Dass das so ist, ist offensichtlich auch Michi Beck (42), Thomas D (41), Smudo (42) und And.Ypsilon (43) nicht entgangen. Das Konzert, das Die Fantastischen Vier (mit ihrer nicht minder fantastischen Live-Band) am Mittwochabend in der Kölner Arena geben, steckt voller Erinnerungen an alte Zeiten in der Domstadt. Ein „Weißt du noch?” folgt auf das nächste.

Da passieren Adressen in der Sömmeringstraße (Ehrenfeld) und in der Kleinen Witschgasse (Severinsvertel) Revue, feuchtfröhliche Abende in Kneipen wie dem „Six Pack” werden der Verdrängung entrissen, und Auftritten in kleineren Clubs wie dem „Luxor” und dem „Underground” haftet plötzlich etwas Golden-Nostalgisches an. Auch wenn das, damals, bestimmt nicht so lustig war. Jetzt, mit Anfang 40, darf man getrost auch mal zurückblicken.

Fanta 4 wären nicht Fanta 4, wenn sie das nicht aus einem ironischen Blickwinkel heraus täten. „Für Dich immer noch Fanta Sie”, heißt das aktuelle, im Mai erschienene Studio-Album der Band, die sich 1989 anschickte, dem Hip-Hop drei deutsche Stimmen zu geben.

„Jetzt geht´s ab”

Anfangs ist die Akustik nicht die beste, was sich dann aber, im Laufe des mehr als zweistündigen Abends, gottlob, noch einigermaßen zum Guten wendet. Mit 22 Stücken und drei Zugaben entfachen Fanta4 ein Feuerwerk aus den üppigen Beständen zweier Dekaden. Dabei zeigen Michi Beck, Thomas D, Smudo und And.Ypsilon, in der Lanxess-Arena, dass sie es immer noch drauf haben. Ganz Frühes („Böse” von der ersten, 1991 erschienenen, CD „Jetzt geht´s ab”) findet ebenso Platz wie Unverzichtbares („Sie ist weg”, „MfG - Mit freundlichen Grüßen”, „Tag am Meer”), Lobendes („Ihr seid ,Troy´”) oder Ausflüge ins Nachbarland Frankreich („Le Smou”), man ist nach wie vor „Populär”, sich dessen bewusst, zu „Ernten, was wir säen” und gibt die trotzige Parole aus „Gebt uns ruhig die Schuld (den Rest könnt ihr behalten)”.

Letzteres von der neuen CD und, live, ganz großartig. Einiges ist wie immer (Thomas D kann einfach nicht auftreten, ohne irgendwann oben ohne dazustehen und die Tattoo-Schwingen auf seinen Schultern zu präsentieren) - anderes nicht (Smudo hat um die Hüften herum ordentlich zugelegt und tut gut daran, sich nicht seines T-Shirts zu entledigen), aber das meiste so, wie wir es gewohnt sind: eine Band, die in punkto Live-Präsenz, Spieldauer und Auswahl der Stücke, Publikums-Ansprache, gut drauf sein, Bühnen- und Live-Show einen Gutteil der Kollegen locker in die Tasche steckt. Auch nach mehr als 20 Jahren noch.
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