Trio Wanderers letztes Mal im Accordate-Konzert

Von: Thomas Beaujean
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Aachen. Au revoir Trio Wanderer! Mit seinem letzten Konzert im Krönungssaal des Aachener Rathauses beendete die phänomenale Kammermusikformation ihren mehrjährigen Status als „Ensemble in residence“ in der Kammermusikreihe Accordate.

Es bescherte dem Publikum einen Abschlussabend, der Maßstäbe setzte und einer künstlerischen Offenbarung gleichkam. Dabei erklangen ausschließlich Werke von Franz Schubert – das betonte noch einmal die Affinität der drei Musiker Vincent Coq, Klavier, Jean-Marc Phillips-Varjabédian, Violine, und Raphaël Pidoux, Violoncello, zu dem Komponisten, dessen Wanderer-Fantasie das Ensemble seinen Namen entlehnt hat.

Dass die drei Musiker im zweiten Konzertteil Schuberts populärstes Kammermusikwerk, das Forellenquintett, dem Publikum quasi als Abschiedsgeschenk präsentierten und dazu mit dem Bratscher Christophe Gaugué und dem Kontrabassisten Axel Bouchaux zwei ergänzende Gäste eingeladen hatten, machte den besonderen Reiz des Abend aus.

Aber auch das Trio Es-Dur D 929 gehört zu den herausragenden Schöpfungen der Schubert’schen Kammermusik. Hier konnten die drei Musiker noch einmal exemplarisch demonstrieren, auf welch hohem Niveau sich ihre Konzerte in dieser Reihe bewegt hatten. Da wird völlig unverkrampft und natürlich musiziert, ohne jeden Drang, besonders originell sein zu müssen. Das Zusammenspiel ist traumhaft sicher, Phrasierung und Artikulation klingen bei den bei Schubert häufigen parallelen Oktavengängen der beiden Streicher so, als ob sie von einem Instrument ausgeführt würden. Und der brillante Pianist Vincent Coq ergänzt das Ensemble in perfekter Klangbalance.

Diese Qualitäten waren auch bei der Wiedergabe des Einzelsatzes Es-Dur D 897 „Notturno“ zu erleben. Das „Forellenquitett“ A-Dur D 667 geriet zu einem Fest unbändiger Musizierfreude, in das sich die beiden Gastmusiker nahtlos und ohne jeden Verlust an Spielperfektion einfügten. Am Ende gab es enthusiastischen Beifall des Publikums.

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