Tom Petty & The Heartbreakers: Die perfekte Rock-Lektion

Von: Susanne Schramm
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Dicht, prall, intensiv: Der 61
Dicht, prall, intensiv: Der 61-jährige Tom Petty und seine Herzensbrecher ließen in der Kölner Lanxess-Arena 8500 Fans toben. Foto: Thomas Brill

Köln. Bei Schlecker ist Schlussverkauf. Die Regale sehen aus wie weiland im Konsum zu DDR-Zeiten. Ladenhüter sind nur die Fliegenklatschen. Die will keiner haben.

Stunden später, in der Lanxess-Arena, hätte man die verschmähten Schnäppchen aus der insolventen Drogeriemarkt-Kette gut gebrauchen können. Um all denen, die da mit viel Hingabe und Begeisterung - und ebenso wenig Taktgefühl - fortwährend die Innenseiten ihrer Hände gegeneinanderschlagen, eins hinter die Löffel zu geben.

Das ist aber wirklich das Einzige, was man am Konzert von Tom Petty & The Heartbreakers bemängeln könnte. Wobei der 61-Jährige und seine teilweise schon altgedienten Mitstreiter Benmont Tench (Piano), Mike Campbell (Lead-Gitarre), Ron Blair (Bass), Scott Thurston (Gitarre) und Steve Ferrone (Drums) dafür nun wirklich nichts können.

Auf einem von drei Konzerten in Deutschland - nach Hamburg und vor Mannheim ist Köln am Montagabend die dritte Station - erteilt die amerikanische Band mit dem verdienten Stern auf dem „Walk of Fame” 8500 Fans eine Doppelstunde Rock n Roll.

Die mehr als 20 Jahre, die sich Petty und seine Herzensbrecher in Europa nicht mehr haben blicken lassen, sind mit einem Schlag wie weggewischt. Das, was da geboten wird, ist die perfekte Lektion. So dicht, so prall, so lebensvoll und intensiv muss Rockmusik sein. Luzifernalisch gut.

Die „long list of songs”, die der Frontmann eingangs ankündigt, ist zwar angesichts einer Karriere, die 1975 in Florida begann, mit 17 Stücken und drei Zugaben nicht wirklich lang, aber dafür umso gehaltvoller.

Bis zur letzten, unverzichtbaren, Zugabe „American Girl” (1977) bleiben mit „You Wreck Me”, „Done_SSRqt Come Around Here No More” und „Free Fallin”, Learning To Fly”, „Yer So Bad” und „Runnin Down A Dream” kaum Wünsche offen. Die Arena ist bestuhlt, eigentlich. Aber die Leute stehen. Alle. Sie toben.
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