Tina Dico begeistert auf Burg Wilhelmstein

Von: Stefan Schaum
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Von Stefan Schaum Würselen. Bei Musikjournalisten geht Tina Dico gern als nordische Fee durch. Scheint auch gut zu passen zu der hochgewachsenen Dänin, die im Glitzerkleid auf die Bühne der Burg Wilhelmstein schwebt und leichtfüßig nach vorn tänzelt. Foto: Stefan Schaum

Würselen. Bei Musikjournalisten geht Tina Dico gern als nordische Fee durch. Scheint auch gut zu passen zu der hochgewachsenen Dänin, die im Glitzerkleid auf die Bühne der Burg Wilhelmstein schwebt und leichtfüßig nach vorn tänzelt.

Zumindest so lange, bis die Fee tollpatschig wird und den Wasserbecher ihres Organisten und Lebensgefährten Helgi Jonsson umstößt. Ein Versehen, das Dico mit breitem Lachen und einem Knicks kommentiert. Dafür gibt es dicken Applaus, noch bevor sie die erste Note gesungen hat. So charmant wird es an dem Abend bleiben, gut zwei Stunden lang.

Richtig voll ist es diesmal geworden. Es ist bereits Tina Dicos dritter Auftritt auf der Burg, doch bei den ersten Besuchen hatte sich wohl noch nicht herumgesprochen, dass diese Frau in ihrer Heimat regelmäßig an der Chartspitze zu finden ist. Mit luftig vorgetragenen Songs, die oft viel hintergründiger und trauriger sind, als ihre poppigen Melodien es nahelegen. Diese Stücke spielt sie in Würselen erstmals mit kompletter Band und mit einem Sound, der es in sich hat. Oftmals leise, aber auch in den lauten Passagen derart akzentuiert und transparent, dass keine Note untergeht. Auch nicht der Klang der zumeist gezupften Akustikgitarre, die Tina Dico bedient.

Viele Hits hat sie auf fünf Alben angehäuft, darunter „Count To Ten“, das schon früh am Abend vom Publikum gefordert und im letzten Drittel druckvoll serviert wird. Zu manchen Stücken gibt es Anekdoten.

Von „Nobody‘s Man“ sagt Dico etwa, dass jeder Mann in ihrem Umfeld glaube, dass sie diesen Song nur über ihn geschrieben habe. Bedeutet das jetzt, dass Männer ohnehin alle gleich ticken? Es bedeutet wohl eher, dass Tina Dico ihre Songs so schreibt, dass sich jeder in ihnen wiederfinden kann.

Trotz voller Bandbesetzung sind besonders die intimen Momente stark. Manches, wie „Room With A View“ oder „One“, trägt Dico ganz allein vor. Die Augen geschlossen, die Stimme mal ein sanftes Hauchen, mal ein leichtes Röhren. Anderes ist ebenso gut wie kurios. Eine Coverversion von Bob Dylans „Don‘t Think Twice, It‘s Alright“, bei der Helgi Jonsson sich mit der Posaune in ein Jazzsolo hineinsteigert oder der Rihanna-Song „We Found Love“, den Dico so klingen lässt, als hätte sie ihn selbst geschrieben. Auch eine Kunst, geradezu zauberhaft. An der Sache mit der Fee ist wohl was dran.

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