Aachen - Theater Starter: Mit Worten und viel Fantasie

Theater Starter: Mit Worten und viel Fantasie

Von: Lukas Weinberger
Letzte Aktualisierung:
8357279.jpg
Ebenfalls im diesjährigen Programm: die Bremer Stadtmusikanten.
8333938.jpg
Voller Vorfreude auf die anstehende Spielzeit: Die Projektleiterinnen Marianne Lohmer (links) und Sigrid Kerinnis (rechts) mit der „Babybühnen“-Regisseurin Andrea Bleikamp. Foto: Lukas Weinberger

Aachen. Wenn Sigrid Kerinnis und Marianne Lohmer über Theater Starter sprechen, dann tun sie das mit Begeisterung. Mit fester Stimme, immer ein Lächeln auf den Lippen. Ja, ihre Vorfreude auf die neue Spielzeit des Festivals für Kinder- und Jugendtheater ist ihnen deutlich anzusehen.

„Ich finde das Projekt noch genauso toll wie am allerersten Tag“, sagt Kerinnis, Lohmer nickt. Und wer den beiden gegenübersitzt, der merkt sofort, dass das auch wirklich so gemeint ist. Schon 2003, als das Festival aus der Taufe gehoben wurde, waren sie mittendrin, jetzt, bei der zwölften Spielzeit, sind sie immer noch dabei. Mit demselben Maß an Elan.

21 Theater, 125 Gastspiele

Auch dieses Jahr haben Lohmer und Kerinnis wieder ein buntes Programm für Kinder und Jugendliche zwischen null und 18 Jahren zusammengestellt. Die beiden haben 21 Theater verpflichtet, 125 Gastspiele wird es in der Region geben. „Das sind sehr erfreuliche Zahlen“, sagt Lohmer. Im Vergleich zur vergangenen Spielzeit – 15 Theater, 100 Gastspiele – habe man sich noch einmal deutlich gesteigert. „Die Theater sehen es mittlerweile als Empfehlung an, bei uns gelistet zu sein“, sagt Kerinnis. „Ein schönes Kompliment.“

Und auch die Stücke, die in den kommenden Monaten im Raum Aachen, Düren, Heinsberg, in Nettersheim und im belgischen Grenzgebiet aufgeführt werden, sind nicht irgendwelche, die Projektleiterinnen haben sich selbst von deren Qualität überzeugt. „Wir haben alle Stücke vorher gesehen“, sagt Lohmer. 175.000 Euro kostet die Spielzeit 2014/2015, der Zuschuss der Landesregierung Nordrhein-Westfalens beträgt 100.000 Euro. Die übrigen 75.000 Euro werden von der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und 14 Projektpartnern getragen.

Die Auftaktveranstaltung des Festivals findet am 31. August auf Burg Wilhelmstein in Würselen statt. Diesmal wird‘s das Taschenlampenkonzert der Berliner Band Rumpelstil geben, es soll gesungen und getanzt werden. Theater sei das zwar nicht, „aber dieses Konzert ist eine tolle Möglichkeit, das Festival zu präsentieren“, sagt Kerinnis. „Wir wollen den Zuschauern jedes Jahr etwas Neues bieten.“ Etwas Neues – das ist das gesamte Programm von Theater Starter. Zwar sind etwa das belgische Agora-Theater und oder das Comedia-Theater aus Köln schon so etwas wie Stammgäste beim Festival, alle Produktionen werden aber zum ersten Mal in der Region gezeigt.

Zum Beispiel die „Babybühne“, ein Theaterprogramm für – der Name verrät‘s – Kleinkinder. Idee und Konzept stammen von der Regisseurin Andrea Bleikamp, die vor ein paar Jahren selbst Mutter geworden ist. „Ich habe damals mit Schrecken festgestellt, dass Theater erst für Kinder ab zwei Jahren anfängt“, sagt sie. „Und das ist mir bis heute unbegreiflich.“ Sie stellte ein Konzept auf die Beine – für Babys von null bis 14 Monaten, die gemeinsam mit ihren Eltern in einem mit Kissen und Matratzen ausgestatteten, geschützten Raum ein Theaterstück über die vier Jahreszeiten geboten bekommen. Keine Worte, viele Farben. „Die Kleinen bekommen schon so viel mit“, sagt Bleikamp. Manche würden still bei ihren Eltern sitzen und gebannt zuschauen, andere würden herumkrabbeln, Dinge anfassen. „Alle haben etwas davon – auch die Eltern“, sagt die Regisseurin. Ebenfalls für die Allerkleinsten ist die Tanzproduktion „Elephant Walk“ gedacht, bei der Kleinkindern Elefanten, Affen, Pinguine und andere Tiere spielerisch nähergebracht werden.

Einen Schwerpunkt haben die Projektleiterinnen bei der Zusammenstellung des Programms auch in dieser Spielzeit auf die Altersgruppe der Kinder zwischen drei und sechs Jahren gelegt. „Das wird von den Kitas sehr gemocht“, sagt Lohmer. Kindergärten (und auch Schulen) verbinden den Theaterbesuch oft mit speziellen Ereignissen wie etwa einem Fest. Angeboten wird da unter vielen anderen das Stück „Zitronengelbundgrünwieklee“, bei dem die Schauspielerin Liora Hilb mit Hilfe vieler Utensilien bekannte und weniger bekannte Kinderreime in Szene setzt. Auch in die Riege der Stücke für Kita-Kinder gehört „Papas Arme sind ein Boot“, ein Stück, in dem sich ein Vater alleine um seinen Sohn kümmern muss, weil die Mutter nicht mehr da ist. „Die große Reise“ ist ein Abenteuer, bei dem Kinder in einen speziell ausgestatteten Bus steigen – und dort in eine andere Welt abtauchen.

Der Konsum und die Umwelt

Auch Jugendliche werden im Theater-Starter-Programm fündig: „Trashedy“ ist ein Theaterstück, das sich mit Konsum und der damit verbundenen Zerstörung der Umwelt beschäftigt. „Dabei wird mit Videos und Ton gearbeitet – ein sehr modernes Stück“, sagt Lohmer. Vor- und Nachbereitung ist wie bei fast allen Stücken möglich. Und am Ende der Spielzeit, im Juni 2015, gibt‘s die Chance zum Shakespeare-Festival nach Neuss zu reisen. „Eine Tour“, sagt Sigrid Kerinnis, „die die Jugendlichen auf jeden Fall begeistern wird.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert