Aachen - Theater K: Mit Vian und Wanze in den zweiten Tuchwerk-Sommer

Theater K: Mit Vian und Wanze in den zweiten Tuchwerk-Sommer

Von: alba
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Aachen. Die Zwischenlösung hat mittlerweile ihre Vorteile offenbart, das Aachener Theater K geht in seinen zweiten Sommer der „Nach-Bastei-Ära“. Im früheren Tuchwerk Strüverweg am Stadtrand hat die freie Bühne bekanntlich seit 2015 eine Übergangsheimat gefunden – die womöglich zur Dauerbasis werden könnte, wenn es nach den Verantwortlichen geht.

Am Freitag wurde der aktuelle Spielplan mit 34 Terminen vorgestellt. Neben zwei neuen Produktionen, einer Lyrik-Musik-Reihe und Konzerten findet sich auch eine Wiederaufführung, die schon als Klassiker im Theater-K-Programm durchgeht.

Noch etwas gewöhnungsbedürftig dürfte für eingefleischte Theater-K-Freunde der Zeitrahmen sein: Von Mitte Juni bis Ende Oktober werden die großzügigen Räume bespielt, „davor und danach ist es zu kalt“, liefert Annette Schmidt eine einfache Erklärung für die (hoffentlich) sommerliche Ansetzung der meisten Termine.

Den Anfang macht ab 17. Juni das Stück „Die Reichsgründer oder das Schmürz“, ein absurd-witziges Familienspiel mit Gruselelementen. Das Stück des Pariser Existenzialisten Boris Vian, entstanden in den 50er Jahren, karikiert bürgerliche Aufbruchseuphorie nach dem Zweiten Weltkrieg und was aus ihr wurde.

Nach und nach verschwinden nicht nur Komfort und Lebensfreude, sondern auch Familienmitglieder – und dann ist da noch das mysteriöse Schmürz, Angstmacher und Hassobjekt zugleich. Bei der Umsetzung offenbarte sich für Annette Schmidt der Standortvorteil in den ehemaligen Fabrikhallen: „Wir haben mehr Platz und können mehr Schauspieler einbinden“, skizziert sie einen Unterschied zum Szenario in der Bastei, der alten Spielstätte.

Abgründe der Krimi-Begeisterung

Nostalgiker werden übrigens im Tuchwerk manches Zitat auf die langjährige Spielstätte im Aachener Zentrum entdecken. „Das rote Plüsch muss hier niemand missen“, sagt Mona Creutzer, mit Annette Schmidt seit Jahren für das Programm verantwortlich.

Mit „Tag des Tötens“ huldigt das Theater K ab 19. August der herrschenden Krimi-Begeisterung. Die „Krimödie“ von Jack Jacquine fördert allerdings am Beispiel der Schwestern Hélène und Clarisse die Abgründe von allzu reichlichem Konsum von filmisch-literarischem Mord und Totschlag zu Tage.

Mit „Die Wanze“ steht ein Dauerbrenner des Theater K auf der Agenda. Mehr als 100 Mal wurde der Insektenkrimi schon gegeben, auch an der neuen Spielstätte hat erfährt die tierische Verschwörungsgeschichte ihre Neuauflage. Im 400. Todesjahr Shakespeares kommt wohl niemand um den Klassiker herum: Das Theater K widmet sich an drei Abenden den Sonetten des Meisters. Mit Manfred Leuchter und Matthias Fuhrmeister bestreiten alte „K-Bekannte“ das Konzertangebot des langen Sommers.

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