„The day the music died”: Vor 50 Jahren starb der Musiker Buddy Holly

Von: Alexander Lang, epd
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Buddy Holly
Ein Gedenkstein mit drei stilisierten Schallplatten markiert die Stelle in einem Getreidefeld bei Clear Lake im UAS-Bundesstaat Iowa, wo am 3. Februar 1959 die Propellermaschine mit den Musikern Buddy Holly, J.P. The Big Bopper Richardson und Ritchie Valens abstürzte. Foto: dpa

Frankfurt/M. Zwei Jahre und nur eine Handvoll Hits dauerte seine Karriere. Doch es war genug, um die Rockmusik nachhaltig zu prägen. Vor 50 Jahren, am 3. Februar 1959, zerschellte in einem Schneesturm im amerikanischen Bundesstaat Iowa eine Propellermaschine. Alle Insassen kamen ums Leben. An Bord waren drei junge Musiker, die nach einem gemeinsamen Konzert auf dem Heimflug waren.

Von „The Big Bopper” spricht heute niemand mehr, von Ritchie Valens hört man manchmal noch seinen Hit „La Bamba”. Unvergessen ist jedoch ein schüchtern wirkender Mann mit monströser Hornbrille: Buddy Holly. Der am 7. September 1936 als Charles Hardin Holley geborene Musiker wurde nur 22 Jahre alt.

Der Name Buddy Holly fällt seit einem halben Jahrhundert, wenn bekannte Rockmusiker nach ihrer größten Inspirationsquelle befragt werden. „Er gab es an uns weiter, er ist in uns allen”, sagt Rolling-Stones-Gitarrist Keith Richards, für den Beatle John Lennon war er „seiner Zeit weit voraus”.

Den Tag, an dem die Musik starb („The day the music died”) datierte der Sänger Don McLean in seinem Song „American Pie” (1971) auf den denkwürdigen Februartag im Jahr 1959. Die Sängerin Madonna machte die Internet-Generation mit ihrer Adaption von „American Pie” (2000) mit dem Rock-Pionier bekannt. Seit einigen Jahren tourt das Musical „The Buddy Holly Story” erfolgreich um die Welt.

Doch wie lässt sich das Phänomen Buddy Holly erklären? Die nachhaltige Wirkung des Rockstars aus Lubbock, Texas, erschließt sich erst auf den zweiten Blick. Mit seinen Anzügen und Krawatten strahlte er äußerlich ein Buchhalterimage aus.

Doch mit dem charakteristischen Schluckaufgesang traf mit sicherem Gespür das Lebensgefühl der damaligen Teenager. In rauen, zwei-, bis dreiminütigen Songs schmachtete er seine „Peggy Sue” an, sang von Herzschmerz („Thatll be the Day”) und liebeskranken Tagträumen („Oh, Boy”). Als einer der ersten Rockn Roll-Sänger verhalf er der wenige Jahre zuvor erfundenen elektrischen Gitarre mit seinem wilden Spiel Gehör.

Und vor allem brachte der Tüftler die Studio-Aufnahmetechnik einen großen Schritt weiter, betont der Buddy-Holly-Fan Hans Werner Finking aus Dortmund. Der Multiinstrumentalist Holly experimentierte mit mehreren Monoklangspuren, legte sie übereinander und erzielte zu seiner Zeit neuartige stereo-ähnliche Klangeffekte, erzählt der 62-jährige Rentner. Seit einigen Jahren hat der Fan der ersten Stunde im Internet eine deutschsprachige Fanseite eingerichtet (http://www.buddyhollylives.info).

Das Herz des Nachwuchses eroberte Buddy Holly auch deshalb, weil er der „nette Junge von nebenan”, der Kumpel war - der „buddy” eben. „Er fiel nicht durch Skandale auf und betrat stets mit gepflegtem Äußerem die Bühne”, beschreibt Finking.

„Viele junge Musiker erkennen, dass der RocknRoll die Basis für eingängige Musik ist, die viele Trends überlebt hat” urteilt der „deutsche Buddy Holly”, Rainer Koschorz. Der Leipziger Schauspieler und Musiker ist seit fünf Jahren mit dem Musical „Buddy - Die Buddy Holly Story” im deutschsprachigen Raum unterwegs. 2500 bis 3000 Mal ist das Musical bisher aufgeführt worden. „Seine Lieder erreichen mittlerweile drei Generationen”, sagt Koschorz.

Das unauffällige Image hat sich Buddy Holly vielleicht bewusst zugelegt, um Gegnern möglichst wenige Angriffsflächen zu bieten: Der RocknRoll galt in den konservativen 50er Jahren als ein gesellschaftlicher Skandal. Die neue Musikform wurde als Angriff auf Moral, Anstand und Ordnung empfunden. Es war eine Zeit, in der US-amerikanische Fernsehmoderatoren vor Auftritten Hollys und seiner Band „The Crickets” die Menschen vor den Bildschirmen entschuldigend baten, „unvoreingenommen” zu sein.

Doch erst mit seinem frühen Tod wurde Buddy Holly zu einem Mythos. Kaum mehr vorstellbar ist heute die Weltuntergangsstimmung, die nach seinem Unfalltod viele junge RocknRoll-Fans erfasste. Die Erinnerungen an ihn und seine Musik geben vielen Fans bis heute Kraft.

Der Dortmunder Hans Werner Finking pflegt weltweit Kontakte mit anderen Buddy-Holly-Fans. „Dabei sind Freundschaften fürs Leben entstanden - Rave on!”
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