„Tatort Eifel“: Krimi-Gipfeltreffen lockt viele Promis

Von: Sabine Rother
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Große Namen beim Krimi-Festival „Tatort Eifel“: Gudrun Landgrebe bestreitet das Eröffnungskonzert an diesem Freitag.
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Dietmar Bär als Juror und Matthias Brandt als Preisträger spielen bei der Verleihung des Filmpreises „Roland“ eine Rolle. Foto: dpa; imago/Rainer Unkel
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Dietmar Bär als Juror und Matthias Brandt als Preisträger spielen bei der Verleihung des Filmpreises „Roland“ eine Rolle. Foto: dpa; imago/Rainer Unkel

Daun. Wenn der Fundort verdächtiger Indizien zum Treffpunkt von Laien und Profis wird, prominente Schauspieler und Regisseure ins beschauliche Daun reisen, statt nach Hamburg oder Berlin – dann ist es wieder soweit. Deutschlands Westen wird kriminell.

Der „Tatort Eifel“ lockt alle zwei Jahre Krimifans sowie zahlreiche Vertreter des Filmgewerbes. Ab kommenden Freitag, 15. September, bis zur Gala am Samstag, 23. September, ist die deutsche Krimi- und Filmbranche beim „Tatort Eifel“ unterwegs. Da geht es um die Qualität von Romanen und Drehbüchern, um Autoren, Schauspieler und das kaum greifbare Phänomen Spannung.

Neben Filmpremieren, Lesungen und Auftritten gibt es ein Fachprogramm mit Workshops und Fortbildungen. Rund 150 Experten reden mit, denn angesichts von Webserien und anderen medialen Entwicklungen kommt der TV-Krimi langsam in Bedrängnis. Was ist wichtig? Wie kann man sich behaupten? Der erste SWR Schwarzwald-Tatort „Goldbach“ wird unter die Lupe genommen, aber auch der ZDF-Krimi „Ein Kind wird gesucht“. Eines der zentralen Themen ist der internationale Serienboom.

„Alles begann 1999 mit der Eifel-Kriminale“, wirft Festivalleiter Heinz-Peter Hoffmann den Blick zurück. Erfolgsautor Jacques Berndorf, der mit ersten Eifelkrimis diese besondere Region schriftstellerisch entdeckte und niemals von ihr abließ, sorgte dafür, dass neue Ideen und Formate entwickelt wurden.

„Als Marketingexperten haben wir sehr schnell begriffen, was für ein Potenzial in dieser Region steckt“, betont Hoffmann, der bald feststellte: „Die Autoren der Eifelkrimis schilderten diese Region häufig viel besser, als jeder touristische Prospekt.“

Die Eifelkrimis erlangten Vorreiterfunktion. Erst danach kamen Autoren aus andere Regionen auf die Idee, eine Landschaft „mitspielen“ zu lassen. Etwa die ostfriesischen Inseln.

Auch den Weg zum Drehbuch fand man in der Eifel schnell. „Wir wollten Autoren und Filmemacher zusammenbringen”, erzählt Hoffmann. Rund 30 Autorenlesungen, Filmpremieren und Konzerte gibt es in diesem Jahr. Schauspielerin Gudrun Landgrebe und ihre Kollegen Fritz Wepper, Dominique Horwitz und Johann von Bülow kommen nach Daun. „Aber das war nicht unser wichtigstes Ziel, wir wollten ein starker Branchentreff werden, der Verband deutscher Drehbuchautoren ist unser Kooperationspartner“, betont Hoffmann.

Große Namen werden inzwischen mit dem „Tatort Eifel“ in Verbindung gebracht. So widmet man am 23. September einen ganzen Abend der Tatort-Legende „Schimanski“. Mit Autor Gunter Witte, Regisseur Hajo Gies und Drehbuchautor Chiem van Houweninge sowie den Schauspielerinnen Nina Petri und Brigitte Janne, die mit dem 2016 im Alter von 79 Jahren gestorbenen Götz George vor der Kamera standen, trifft sich eine ganz besondere Talkrunde.

Ein gesellschaftlicher Höhepunkt wird die Verleihung des Filmpreises „Roland“ an Matthias Brandt (Kommissar Hanns von Meuffels im „Polizeiruf 110“) und an die deutsch-österreichische Koproduktion „Spuren des Bösen“ mit Heino Ferch sein. „Mit Dietmar Bär in der Jury hatten wir von Anfang an einen engagierten Kenner der Szene“, freut sich Hoffmann darüber, dass ihm „Tatort-Kommissar Freddy Schenk“ so treu geblieben ist. Warum Bär auch dieser „Tatort“ am Herzen liegt? „Es ist die wunderbare Ausstrahlung dieses Festivals“, meint Bär. „Das Verbrechen lauert überall, aber in der Eifel scheint es sich besonders wohl zu fühlen.“

Übrigens: Als das Bundesland Rheinland-Pfalz die Bundesratspräsidentschaft übernahm, hat es sich in Berlin präsentiert: mit dem „Tatort Eifel“. Damit der Nachwuchs gesichert ist, gibt es den „Junior Award“: Jugendliche hatten die Aufgabe, eine Geschichte von Krimiautor Ralf Kramp zu Ende zu schreiben – mit überraschenden Ergebnissen.

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