Summerjam: Kingston liegt am Fühlinger See

Von: Heiner Schepp
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Spielte mit Bob Marley im Sandkasten und beim Summerjam in Köln: Bunny Wailer, Mitbegründer der „Wailers”. Foto: Heiner Schepp

Köln. Das war einer dieser magischen Momente, wo ein Stück Musikgeschichte greifbar wird. Auf der Bühne stand Mister Neville O´Reilly Livingston persönlich, besser bekannt als Bunny Wailer, bester Freund und Weggefährte von Bob Marley, und hauchte jenen Song ins Mikrofon, der 1975 den Grundstein für den Weltruhm der „Wailers” legte.

„No Woman, no Cry”, die Reggae-Hymne schlechthin, ließ Tausende einstimmen und war wohl der Höhepunkt der 24. Summerjam in Köln, des europaweit größten Reggae-Festivals.

Dass auch diesmal rund 25.000 Fans auf die Party-Insel im Fühlinger See pilgerten, ist aber nicht alleine der ungebrochenen Popularität des Reggae zu verdanken. Seit Jahren nehmen die Veranstalter des dreitägigen Happenings zunehmend angesagte Künstler der Hiphop-Szene mit ins Boot, da die Reggae-Familie doch etwas in die Jahre gekommen ist. Der Erfolg ist offensichtlich: Die Summerjam ist auch beim jüngeren Publikum absolut angesagt.

Die beiden sehr unterschiedlichen Publikums-Blöcke kommen sich dank zweier Bühnen kaum ins Gehege: Vor der „Red Stage” wippen die Rasta-Fans entspannt zum Off-Beat, an der „Green Stage” tobt das Jungvolk zu Hiphop, Dance und Technorhythmen. Ausnahme: Jan Delay gab sich mit seiner Disko No. 1 die Ehre auf der größeren roten Bühne, da nur dort der große Ansturm auf die optisch und musikalisch herausragende Show des Hamburgers zu bewältigen war. Ebenfalls aus der Hansestadt an den Rhein war Sammy Deluxe gekommen und polarisierte mit seinen Texten, wie man es von dem Deutsch-Rapper gewohnt ist.

Auf der roten Reggae-Bühne gaben sich derweil die Reggae-Generationen das Mikro in die Hand. Nattyflo, Nosliw oder der Kerpener Patrice sorgen für hohe Popularität des Genres auch bei jüngerem Publikum, während bei U-Roy, Pablo Moses und eben Bunny Wailer eher die reifere Zuhörerschaft die Texte auf den Lippen hatte. Das galt auch für UB40, die zum traditionellen Abschluss-Feuerwerk viele ihrer Reggae-Pophits zum Besten gaben.

Einer davon: „Kingston Town”, die Ode an die Geburtsstätte des Reggae, jene Stadt, in der auch Bunny Wailer aufwuchs. Drei Tage lag ein Stück von Kingston Town in Köln, was auch Mister Bunny Wailer so empfand: „Wonderful place, wonderful people, wonderful to be here!”
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