Köln - Summerjam: Die Bässe werden wieder wummern am Fühlinger See

Summerjam: Die Bässe werden wieder wummern am Fühlinger See

Von: hes
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Ein Stück Karibik im Norden Kölns: Auf der Regattainsel im Fühlinger See tummeln sich jedes Jahr am ersten Juli-Wochenende Reggaefans aus aller Welt. Die Summerjam ist längst Kult, in diesem Jahr wird bereits die 30. Auflage des Festivals gefeiert.

Köln. Der Gang über die Brücke auf die Insel im Fühlinger See ist wie der Weg in eine andere Welt. Seit nunmehr 30 Jahren zieht das Summerjam-Festival die Freunde von Reggae und Dancehall, Hiphop und World Music alljährlich am ersten Juli-Wochenende in seinen Bann. Unter dem Motto „The Everlasting Festival“ wird der runde Geburtstag in diesem Jahr vom 3. bis 5. Juli gebührend gefeiert.

Angefangen hat alles 1986 auf der Freilichtbühne Loreley mit einem Ein-Tages-Festival. Die Headliner waren damals Dennis Brown, Black Uhuru und die Wailers, Bob Marleys berühmte Begleitband. Es stellte sich schnell heraus, dass die Summerjam keine Eintags-Fliege sein sollte. Das Festival etablierte sich, hatte enormen Zulauf, und rasch bedurfte es eines kompletten Wochenendes, um die musikalische Vielfalt zu präsentieren.

Von der Loreley nach Wildenrath

Summerjam wurde Kult – und musste, aufgrund fehlender Kapazitäten auf der Loreley umziehen. 1994 und 1995 fand Europas größtes Reggae-Spektakel deshalb auf dem eher nüchternen ehemaligen Militärflughafen Wildenrath statt, der jedoch nur eine Übergangslösung darstellen sollte. 1996 hatte das Festival mit dem Fühlinger See das ideale Gelände gefunden – in Cologne Bay. Und so wird auch hier wird in diesem Jahr eine runde Zahl gefeiert: Zum 20. Mal wummern die Bässe über Köln – allen zwischenzeitlichen Problemen mit Müll, Drogen und Lärmschutz zum Trotze.

War Summerjam in den Anfängen noch ein reines Reggae-Festival mit Künstlern aus der Karibik und Afrika, kamen über die Jahre ständig neue Einflüsse aus den unterschiedlichsten musikalischen Genres hinzu. Für einige Künstler war der Auftritt das Sprungbett zu einer internationalen Karriere – für junge Musiker war es Inspiration, selbst eine zu starten.

Man denke nur an Gentleman, der als „Kölner Jung“ mit bürgerlichem Namen Tilmann Otto die Summerjam als Reggaefan und später DJ erlebte und heute einer der angesagtesten Künstler dieses Genres weltweit ist. Mehrfach war Gentleman Headliner der Summerjam, zum runden Geburtstag steht er aber nicht auf der Künstlerliste.

Die Programmgestaltung kann sich dennoch sehen lassen. Zum Beispiel mit Damian Marley. Bobs Jüngstem ist es gelungen, das fast übermächtige Erbe seines Vaters fortzuführen und dabei die junge Generation an Bord zu holen. Wie Gentleman genießt Patrice Heimvorteil bei der Summerjam – der Bergheimer ist Perfektionist und Tüftler, als Musiker und Produzent international erfolgreich und bringt Reggae mit Funk, HipHop, Soul und Afrobeat gehörig zum Swingen.

Seit einigen Jahren spricht der Veranstalter mit der Künstlerauswahl bewusst auch das junge Publikum an. In diesem Jahr ist da Cro zu nennen, einer der erfolgreichsten Rapper in Deutschland. Eine feste Größe in diesem Bereich ist auch Samy Deluxe. Auch Bands wie die Antilopen Gang, Ohrbooten und Kontra K. sind zum 30. im Programm.

Die US-Szene ist mit den führenden Bands vertreten: Soja, die ihre Riddims gerne mit einer Prise HipHop und Alternative Rock servieren, Groundation mit jazzigen Einflüssen, Passafire, die eine deftige rockige Note bevorzugen. Jah Sun spielt mit HipHop und Pop-Variationen. Katchafire gehören mittlerweile zu den erfolgreichsten Bands aus Neuseeland und präsentieren ihren Sound aus Roots Reggae, RnB, Funk und Maori-Einflüssen.

Fusion und Innovationen

Auch die Vertreter der europäischen Szene setzen auf Fusion und Innovationen: Hoffmaestro aus Schweden sorgen mit ihrem Mix aus Ska, Reggae, Country und New Orleans-Funk für explosive Liveerlebnisse, und The Skints lassen sich mit Gespür für Grooves und Beats von ihrem multikulturellen Wohnviertel East London Reggae inspirieren.

Danakil aus Frankreich setzen auf Roots und globale Sounds in großer Besetzung, und Stand High Patrol haben das Genre um eine Facette bereichert: Dub-A-Dub, einem eigenwilligen Mix aus Dub, Reggae und Elektronik.

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