„Stones“ im jungen Grenzlandtheater: Lebensnah und berührend

Von: Grit Schorn
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Aachen. Die beiden Jungs auf der Theaterbühne gewinnen rasch die Sympathie der jugendlichen Zuschauer in der Aula des Aachener Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Die sind größtenteils Schüler hier und etwas älter als die beiden Kids, deren (wahre) Geschichte niemand kalt lässt.

Flo und Diesel, 14 und 15 Jahre alt, machen in ihrer Freizeit viel Blödsinn. Die Geräusche der Autobahn genießen sie ebenso wie die Versuche, in eine Halle mit Luxusautos einzudringen. Als das nicht gelingt, ist die Stimmung erst mal im Keller. Doch der ureigene „Rap“ der beiden macht wieder gute Laune. Die Katze wird dann doch nicht angezündet . . .

„Stones“ von Tom Lykos und Stefo Nantsou basiert auf einem authentischen Fall, der sich in Australien zugetragen hat. Grenzlandtheater-Intendant Uwe Brandt hat die oft auch witzige Tragödie stark und doch unaufdringlich inszeniert. Wir sehen zwei Jugendliche, die viel rumhängen und typisch pubertär auf dumme Gedanken kommen. Auf der Autobahnbrücke eskaliert dann der Frust, gepaart mit Wut und Enttäuschung. Halb unabsichtlich stößt Flo einen Stein, nein, schiebt ihn eher von der Brücke. Ein Toter und mehrere Verletzte sind zu beklagen. Wie im echten Fall wird eine „Fallanalyse“ vor Gericht durchgespielt, die beiden Jugendlichen sind durchaus reuig und verzweifelt. Das salomonische Urteil gibt viel Hoffnung.

Ein Stück über Verantwortung und Schuld, Freundschaft und Langeweile. Erstaunlich variabel sind die bunten Klötze, ein ungewöhnliches Bühnenbild, entworfen von Schülern des Aachener Berufskollegs für Gestaltung und Technik. Fast schon artistisch zwischen diesen Aufbauten ist die Leistung der beiden jungen Schauspieler Mateusz Dopieralski und Jan-Friedrich Schaper, die Flo und Diesel berührend und lebensecht verkörpern – und darüber hinaus auch Personen im Gericht und bei der Polizei.

Viel Applaus für das starke, lebensnahe Stück – die sonst übliche Diskussion mit den Zuschauern fiel diesmal aus.

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