Alsdorf - Störsender kontra Show? Tränen in Alsdorf

Störsender kontra Show? Tränen in Alsdorf

Von: Sabine Rother
Letzte Aktualisierung:
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„Gaudi Meets Gambler Projekt“ mit (v.li.) Koffi Missah, Kaybee und John Cashmore, Vanessa Jean Dedmon in Alsdorf. Foto: Dagmar Meyer-Roeger

Alsdorf. Eine Legende aufleben lassen – gar nicht leicht, ein künstlerisches, menschliches und finanzielles Wagnis. Aus tiefer Liebe zum Metier haben es jene gewagt, die hinter dem Namen „stagevisions“ stehen: Bariton John Cashmore und Ehefrau Kaybee.

Erweitert wurde das Team um den Sänger Koffi Missah, der bereits im „Starlight Express“ sang, sowie Kollegin Vanessa Jean Dedmon, stimmschöne Finalistin aus „Deutschland sucht den Superstar“.

Titel des Abends und der brandneuen CD: „Gaudí meets Gambler Project“. Damit steht das Programm dieser liebevoll gestalteten Hommage für Eric Woolfson, den Komponisten beider Werke, fest. Die Fans strömen freudig in den Cinetower-Kinosaal und sind gespannt, was man sich rund um den unvergessenen „Don Parker“ John Cashmore ausgedacht hat.

Leider schmälern von Anfang an massive technische Probleme den Genuss. Die multimedialen Projektionen mit eindrucksvollen Impressionen von Gaudí-Werken in Barcelona, grandiosen Filmaufnahmen von den Inszenierungen in Aachen und Alsdorf sowie bunten Fantasiereisen treffen auf weißen Bühnennebel, eine reizvolle Kulisse, vor der sich die live singenden Akteure bewegen. Das ist mutig, birgt aber Risiken. So fehlt neben dem professionellen Einsatz eines Choreographen auch die Hand eines Experten für Kostüme. Eine Powerfrau wie Kaybee braucht kein dauerhaftes Leder-Outfit, um stark zu wirken. Eine erotische Szene wie „Forbidden Fruit“ sollte gut überlegt werden, bevor sie peinlich wird.

Betont lässig werden Moderationen und Dialoge versucht, aber da liegen längst schon die Nerven blank. Cashmores Stimme erreicht dennoch in Songs wie „Closer To Heaven“ oder „Standing On Higher Ground“ und „Parca Güell“ vertraute Kraft und Wärme. Kaybee bietet beste Sequenzen bei allem, was ihre Energie fordert oder wo sie jazzig klingen darf. Vanessa Jean Dedmon singt die zarten Momente innig, Koffi Missah gelingt es, die dämonische Energie des „Mark Winner“ umzusetzen.

Doch die akustischen Phänomene werden zur Qual. Rückkopplungsgeräusche schrillen, das Pochen hört nicht auf. Noch ein, zwei Songs nach der Pause, ein bisschen „Gambler“, dann trifft Cashmore mit Tränen in der Stimme die Entscheidung: „Wir hören auf! Jemand quält uns mit einem Störsender, das haben wir vor zehn Jahren schon erlebt...“

Wer zur nächsten Aufführung am 9. Oktober im Cinetower Alsdorf die Karte vom Freitag, 13. März, mitbringt, erhält 20 Prozent Ermäßigung. „Wir werden technische Vorkehrungen treffen, damit das nicht mehr passiert“, verspricht Cinetower-Geschäftsführer Moritz Stürzt. Sein Technik-Team hat Störsignale sowohl bei der Soundanlage von „stagevisions“ als auch bei der hauseigenen Technik registriert. „Wir gehen von Sabotage aus, die Störungen waren nicht auszublenden“, erklärt Stürtz. Zum Schluss gibt es dennoch freundlichen Applaus. „Closer To Heaven“ ist im Moment niemand.

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