Starke Welle von Brechdurchfällen durch Noroviren in NRW

Von: dpa/lnw
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Münster/Aachen. Die Gesundheitsbehörden in Nordrhein-Westfalen verzeichnen in diesem Winter eine starke Welle von Magen-Darm- Infekten durch Noroviren.

Allein in den ersten vier Wochen des Jahres meldeten Ärzte vorläufigen Zahlen zufolge rund 3400 Fälle der Krankheit in NRW, wie Ulrich van Treeck vom Landesinstitut für den Öffentlichen Gesundheitsdienst in Münster auf Anfrage sagte. Im Vorjahr seien im gesamten Januar knapp 1000 Fälle der abrupt einsetzenden Brechdurchfälle gemeldet worden.

Bereits im Dezember hatte das Berliner Robert Koch Institut (RKI) vor einer Norovirus-Epidemie in diesem Winter gewarnt. Diese Vorhersage habe sich voll und ganz bestätigt, sagte RKI- Epidemiologin Judith Koch.

Die Welle sei jedoch nicht auf NRW beschränkt. In ganz Deutschland und auch anderen europäischen Ländern seien die Infektionszahlen in diesem Winter extrem hoch, sagte Koch. „Wir sehen auch einen sehr frühen Beginn.” Es sei typisch für Noroviren, dass diese in der kalten Jahreszeit in unterschiedlich starken Wellen auftreten. Die Zahlen derzeit seien vergleichbar mit den Saisons 2002/2003 und 2004/2005.

Bei Infektionen mit Noroviren fühlen sich die Betroffenen schlagartig sehr krank und leiden an schwallartigem Erbrechen und starkem Durchfall. Die Krankheit klingt meist nach ein bis drei Tagen wieder ab. Im Unterschied zu anderen Virusdurchfällen sind von Noroviren häufig Erwachsene, oft alte Menschen betroffen.

Todesfälle treten nur vereinzelt und besonders bei bereits geschwächten Menschen auf. Das Virus wird bei direktem Kontakt mit Erkrankten von Mensch zu Mensch übertragen. Bei Erbrechen gelangt der Erreger außerdem in die Luft. Die Viren sind sehr stabil und infektiös.

Die Infektion ist seit 2001 meldepflichtig. Experten vermuten eine sehr hohe Dunkelziffer weil viele Menschen mit Symptomen nicht zum Arzt gehen.

In NRW kämen die Keime derzeit gehäuft in den Kreisen Coesfeld und Steinfurt vor, sagte van Treeck. Dort registrierten die Expertern mehr als 75 bzw. knapp 45 Infizierte pro 100.000 Einwohner. Die Fälle treten gehäuft in Altenheimen und Krankenhäusern auf. RKI-Angaben zufolge meldeten Mediziner im vergangenen Jahr bundesweit rund 75 000 Infektionen mit dem Erreger. Rund 11.000 davon in NRW - und damit weniger als auf Grund der Bevölkerungszahl zu vermuten sei.

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