Stadt soll Hans von Aachen atmen

Von: Hermann-Josef Delonge
Letzte Aktualisierung:
hansbild
Die Ausstellung kann kommen: Peter van den Brink vor einem von Hans von Aachen gemalten Porträt und mit der Miniaturausgabe der Figur, mit der in Aachen geworben werden soll. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Dass es eines der herausragenden Ereignisse des nächsten Jahres im kulturellen Leben der Region wird, dürfte nicht in Zweifel stehen: die Ausstellung von 120 Werken des 1552 in Köln geborenen und 1615 in Prag verstorbenen Malers Hans von Aachen im Aachener Suermondt-Ludwig-Museum.

Hier sind die Werke vom 11. März bis zum 13. Juni zu sehen, bevor sie in die Burggalerie Prag und in das Kunsthistorische Museum Wien - den Kooperationspartnern der Schau - gehen.

Für Museums-Chef Peter van den Brink und sein Team ist die Präsentation - übrigens die erste Einzelausstellung des europäischen Hofkünstlers - nicht nur ein organisatorischer Kraftakt. Auch finanziell geht es ans Eingemachte. Doch das Aachener Museum verfährt nach dem Motto „nicht kleckern, sondern klotzen” - gerade, was die Marketingsmaßnahmen angeht. Ein Thema von einiger Pikanterie, denn immer wieder ist in Aachen die Klage darüber zu vernehmen, dass die Stadt bei der Bewerbung kultureller Ereignisse eher sparsam vorgeht und weit hinter dem zurückbleibt, was in anderen Städten Standard ist.

Van den Brink will in diesen Chor nicht einstimmen, wenn er über die Hans-von-Aachen-Ausstellung spricht. Er macht eine andere Rechnung auf. Die ganze Ausstellung kostet an allen drei Standort zusammen zwei Millionen Euro. Von der Europäischen Union gibt es 200.000 Euro. „Das ist die Höchstförderung”, sagt van den Brink. „Die EU hat bei der Prüfung sieben Kriterien angelegt mit einer Höchstpunktzahl von 35. Für unser Projekt gab es 33,5 Punkte.”

200.000 Euro von der EU

Von diesen 200.000 Euro gehen 82.000 Euro nach Aachen. Vom Land NRW gibt es voraussichtlich 150.000 Euro, von der Kulturstiftung der Länder 100.000 Euro. 80000 kommen aus dem Museumsetat, 40.000 steuert die Stadt für die Werbung bei. Macht zusammen rund 450.000 Euro.

Dass dies nicht ausreicht für eine Ausstellung dieses Kalibers, daran lässt van den Brink keinen Zweifel. Ein Etat von 500.000 bis 600.000 soll es schon sein, sagt er - allerdings ohne große Marketingmaßnahmen. genau die aber hat er im Visier. „Die Stadt soll drei Wochen vor der Ausstellung Hans von Aachen atmen”, sagt er.

Große Fahnen will er an den großen Straßen, das Monogramm des Malers soll überall präsent sein, zwei Meter große Figuren des Hofkünstlers sind geplant. Nach dem Vorbild des CHIO soll es einen Countdown bis zur Ausstellungseröffnung an der Museumsfassade geben geben, eine Route soll von verschiedenen zentralen Punkten der Stadt den Weg zum Museum an der Wilhelmstraße weisen. Werbung soll es auch an den Bahnhöfen großer deutscher Städten geben, dazu punktuell im benachbarten Ausland.

Und weiter geht es in den Gedankenspielen des Museums-Chefs: ein kulturelles Nebenprogramm mit Musik aus der Zeit des Malers (immerhin mit der Tochter des berühmten Komponisten Orlando di Lasso verheiratet), Kooperationen mit Händlern der Maastrichter Tefaf, eine Anbindung an den Karlspreis. Das kostet natürlich Geld. Van den Brink ist derzeit intensiv auf Sponsorensuche - und hat schon positive Rückmeldungen erhalten. Gut 200.000 Euro hat er zusätzlich dafür eingeplant, was einen Gesamtetat von rund 700.000 Euro ausmacht. Nicht eingerechnet sind dabei die Erlöse aus dem Ticket- und dem Katalogverkauf. Etwaige Gewinne daraus könnten dann für Ausstellung verwendet werden, die nicht so viele Besucher ziehen, die jedoch für das Profil des Museums unabdingbar sind.

Übrigens: Dass die Burggalerie Prag und das Kunsthistorische Museum Wien ganz andere Marketingetats haben, wertet van den Brink als Selbstverständlichkeit. Die Ausgangsvoraussetzungen sind dort auch ganz anders: „Dahin kommen die Touristen eh wie von selbst.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert