„Spannungen”-Festival: Jugend aufs Podium

Von: Pedro Obiera
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Heimbach. Zwei „Vorspannkonzerte” warfen ihre Schatten auf das heute offiziell startende Kammermusikfestival „Spannungen” im Jugendstilkraftwerk Heimbach voraus.

Mit dem Geiger Daniel Hope und Lars Vogt, der künstlerische Leiter des vor 13 Jahren gegründeten Fests, waren im ersten Konzert zwar auch etablierte Stars am Werke, die großen Auftritte gehörten jedoch zwei hoch begabten Stipendiaten.

Die Vergabe dieser Stipendien gehört zu den vielen kleinen, aber feinen Besonderheiten der „Spannungen”. Bereits im vergangenen Jahr hat sich der jetzt gerade einmal 15-jährige österreichische Pianist Aaron Pilsan die Herzen des Publikums erobert.

In diesem Jahr gab er vor allem mit Schumanns „Faschingsschwank aus Wien” und Liszts halsbrecherischer „Tarantella” ein Zeugnis seiner außergewöhnlichen musikalischen und spieltechnischen Fähigkeiten ab. Die Begeisterung ebbte nicht ab, als er noch mit drei kurzen Stücken des 27-jährigen Wiener Komponisten Alexander Kral ein paar (sehr moderat) zeitgenössische Töne einstreute.

Nach einem witzigen Violin-Duo mit dem Geigenstar Daniel Hope, in dem sich die Beiden an Alfred Schnittkes witziger „Moz-Art” austobten, gab die 18-jährige Koreanerin Heyoon Park mit einer klangschönen, stärker auf Poesie als auf Kraft ausgerichteten Interpretation von Brahms´ dritter Violinsonate ihren viel versprechenden Einstand.

Ein ungewöhnlich zarter Brahms-Vortrag, einfühlsam von Lars Vogt am Klavier sekundiert, der die Neugier auf den nächsten Auftritt der jungen Geigerin am Donnerstag in Weinbergs Klavierquintett schürt. Am Sonntag erinnerten dann Vogt und Pilsan mit beiden Klavierkonzerten Fréderic Chopins - in Fassungen für Klavier und Streichquartett - an den 200. Geburtstag des großen Polen.

Bis zum Sonntag können sich die Kammermusikfreunde an bunten Programmen mit erstklassigen Solisten erfreuen. Der Schwerpunkt liegt diesmal auf der russischen Musik, wovon sich bereits die Besucher des heutigen Eröffnungskonzerts überzeugen können, das kapitale Werke von Schnittke, Prokofieff und Anton Arenski enthält.

Die Konzerte des Festivals sind allesamt ausverkauft. Flexible Besucher können jedoch auf Rückläufe an der Abendkasse hoffen.
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